Soki Kassel – Upcycling und Fair Fashion

Soki Kassel – Die beiden Frauen Sophie und Kira, gelernte Maßschneiderinnen, haben 2015 ein eigenes Fair-Fashion-Klamotten-Label ins Leben gerufen. Angefangen hat das ganze mit der Idee, ausrangierte Bettbezüge weiterzuverarbeiten. Sie haben damit angefangen, aus den Stoffen, die sie von Familienmitgliedern, von Flohmärkten oder Second Hand Shops oder Freunden bekommen haben, Boxershorts zu nähen. Zeit, endlich mal einen Artikel über das Label und den Laden zu schreiben.

2015-2019, es ist einiges passiert

Anfangs gab es die Klamotten in ein paar Läden in Kassel, schließlich wurde ein eigener Laden eröffnet. Mitten in Kassels Vorderem Westen. Ein wirklich schöner Laden, in dem sie mittlerweile nicht mehr nur ihre eigenen Kreationen verkaufen, sondern einen richtigen kleinen Green Concept Store erschaffen haben. Es gibt allerlei unverpackte Badezimmer-Artikel, eine kleine Auswahl an Jeans und Sneakern und vieles mehr. Vor ein paar Monaten haben sie eine zweite, kleine Etage nur für Kindersachen eröffnet. Aus den Bettbezügen lassen sich nämlich nicht nur echt coole Boxershorts herstellen, sondern auch ziemlich lässige Baby-Outfits, Schnullerketten und vieles mehr.

Think global, act local

Die Bettbezug-Produkte werden übrigens alle in der Nähstube hinter dem Laden oder in einer Behindertenwerkstätte der Baunataler Diakonie gefertigt. Baunatal ist am Vorderen Westen näher, als Charlottenburg an Kreuzberg – das ist also wirklich regional. Wer mehr über Kassel und seine grüne Seele erfahren möchte, dieser Artikel ist zwar ein paar Jahre alt, aber fast alles besteht noch. Ich sollte mal ein Update machen, in meiner Mutterstadt ist einiges passiert seitdem.

Der letzte Streich aus dem Hause Soki Kassel ist der Jogginganzug, den ihr auf den Bildern hier sehen könnt. Der Anzug wurde ausnahmsweise mal nicht in Kassel hergestellt, sondern in Portugal. Der (wirklich gemütliche) Stoff ist von Lebenskleidung, die Taschen der Hose sind aus Bettbezügen und das Design ist natürlich von Sophie und Kira. Die Näherei, in der die Anzüge genäht werden, haben die beiden Anfang des letzten Jahres besucht und versprechen, dass es noch fairer und sozialer eigentlich gar nicht geht.


Der Kaffeebecher ist von Kaffeeform. Die pressen aus altem Kaffeesatz diese Becher. Auch ein tolles Unternehmen und der Upcycling-Gedanke passt gut zu dem von Soki Kassel.

Ich freue mich über Soki Kassel auf verschiedenen Ebenen.

  • Ich freue mich immer besonders, wenn Frauen den Mut haben, ihr Ding einfach durchzuziehen. GRL PWR.
  • Eine tolle Idee aus meiner Heimatstadt. Es braucht nicht immer ein aufregendes Berlin- und Hamburg-Surrounding, um so etwas auf die Beine zu stellen. Stark!
  • Durch den Concept Store bringen die beiden auch sonst eine Menge guter Artikel nach Kassel, die es da vorher nicht gab und nur online hätten eingekauft werden können.
  • Die Idee, alte Bettbezüge zu upcyceln ist super. Davon sind einfach so viele in Umlauf. Die beiden nehmen übrigens auch Spenden von Bezügen an. Das lustige ist: Je schräger und merkwürdiger die Muster, desto besser wird oft das Ergebnis.
  • Die Klamotten, die Soki Kassel herstellt, sind alle vegan, fair, bio oder ucycling und wirklich mit Liebe gemacht.
  • Für alle, die durch Kassel immer nur durchfahren statt mal auszusteigen gibt es einen Online-Shop.

Kooperation. Die Jacke war ein Geschenk, die Hose habe ich erst für das Shooting geliehen, mich dann aber dazu beschlossen sie noch zu kaufen. So ist der Anzug komplett. Es ist kein Geld geflossen und alles wie immer zu 100% meine Meinung und meine eigenen Gedanken.

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Comments

3 Responses to “Soki Kassel – Upcycling und Fair Fashion”
  1. Meike Emmendörffer sagt:

    Hallo liebe Anna, nach der sehr gelungenen Diskussion gestern in Teltow (ich war zu Gast dabei und finde, die Refillidee sollte viel verbreiteter sein!) habe ich deine Seiten durchstöbert. Um alte Hemden, Bettwäsche oä zu verarbeiten, habe ich extra einen Nähkurs belegt und verbreite diese Idee hier in Teltow immer weiter. Nun habe ich ein undichtes, großes, grünes Tunnel-Familienzelt auf dem Dachboden liegen und frage mich, ob du aus deinem Netzwerk heraus eine Idee hast, wem ich diese ´Stoffressource` spenden kann?
    Wenn ja, würde ich mich über einen Hinweis freuen.
    Wenn nicht, herzlich Grüße und weiter viel Spass bei Nachhaltigkeit
    Meike

    • Anna sagt:

      Liebe Meike,
      ja, Dinge weiter zu verwerten oder ihnen eine neue Bestimmung zu geben ist einfach eine tolle Sache. Die Frauen bei Soki machen das besonders schön, finde ich.
      Was genau ist denn ein Tunnel-Familienzelt? Eventuell können Soki das brauchen? Ich weiß es nicht… 😉
      Liebe Grüße
      Anna

      • Meike Emmendörffer sagt:

        Liebe Anna, eine Familien-Tunnelzelt ist ein Zelt, das gebaut ist wie ein Tunnel, mehrere Zeltplanen aneinander genäht und der Tunnel ist am Ende geschlossen, bekommt Stabilität durch einziehbare Fiberglasstäbe und der vordere Tunneleingang ist per Reisverschlüsse zu öffnen/schliessen. Das Tunnelzelt wird im Boden verankert und hat keinen Boden. So groß, dass bei uns zwei Schlafkabinen aus Baumwolle mit Boden eingehängt werden.
        Die Zeltplane ist recht dick, aber eben nicht mehr imprägniert.
        Zum Zelten in regenreichen Regionen also nicht mehr ohne Behandlung einsetzbar.
        Wenn Interesse besteht oder Soki mehr Infos oder ein Bild benötigt, kannst Du gerne meine Kontakte weitergeben.
        Liebe Dank und Gruß
        Meike

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