Neonyt, was geht in Sachen Eco Fashion?

Das Eco Fashion-Format während der Fashion Week hat einen neuen Namen: Neonyt. Die Neonyt ist nun schon ein paar Wochen her. Nun kommt endlich der Artikel mit meinen Highlights und Überlegungen rund um das Messeformat und die dort dargebotene Mode.

Wie nachhaltig ist Eco-Fashion?

Das ist eine Frage, die so auf die Schnelle nicht zu beantworten ist. Auf der Messe gibt es viele verschiedene Ansätze. Manche upcyceln schon produzierte Werkstoffe. Andere setzen sich für besonders biologischen und/oder fairen Baumwollanbau ein. Wieder andere schauen nach alternativen Werkstoffen oder haben ganz andere Ansätze. Es ist auf jeden Fall Bewegung drin. Die klassische Kollektionsarbeit, um die es leider bei sowas wie der Fashion Week immer geht, finde ich allerdings nicht sehr nachhaltig. Bestenfalls sollten die Klamotten ja richtig lange getragen werden und nicht nur in der Sommersaison 2019. Auch diesen Ansatz verfolgen übrigens einige der ausstellenden Labels.

Diesmal nicht in alphabetischer Reihenfolge, sondern in autobiographischer. Ich nehme euch also einfach mit auf meinen Laufweg, der rein zufällig und spontan war 🙂

Wenn Print, dann so! Dedicated Brand hat die besten Drucke.

Ist euch schon mal aufgefallen, wie viele T-Shirts mit Fahrrad-Drucken es in den meisten Eco-Fashion-Shops gibt? Total absurd, dabei gibt es noch so viel mehr Motive, die man auf T-Shirts, Pullover, Leggings und Co drucken kann. Dedicated Brand haut für meinen Geschmack immer wieder die besten Teile raus. Die Wende-Winterjacke mit Landkartenprint und die Kinder-Shirts mit Message finde ich besonders stark.
Mehr über Dedicated, deren Philosophie und einen Online Shop gibt es auf dedicatedbrand.com.


Wer hier so nett mit in die Kamera schaut ist übrigens die tolle Kira von Soki Kassel <3 

Unverpackte Haargummis von Degree Clothing

Degree Clothing kommt aus Augsburg und stellt schlichte, alltagstaugliche Klamotten in Europa her. Und Haargummis, die entweder auf einem kleinen Pappschuber oder im Glas angeboten werden, ganz ohne Plastik. So ein Haargummi konnte man sich vor Ort selber machen. Sowas liebe ich ja. Meinen packenden Erlebnisbericht dazu, sowie ein paar andere Eindrücke von der Messe, findet ihr übrigens auch in meinen Instagram Story-Highlights. Ich trage meines seitdem jeden Tag und finde es super. Wenn ich Nachschub brauche, weiß ich schon wo ich den kriegen kann: Meine LPG hat die Haargummis neuerdings im Sortiment.
Mehr über das Sortiment und das Label sowie ein Online Shop ist auf degreeclothing.de zu finden.

Ein Theatervorhang zum Anziehen: Mori Collective

Das Finnische Label Mori Collective stellt unter anderem Klamotten aus übrig gebliebenen Stoffen her. Aktuell wird viel aus ausrangierten Theater-Kulissen hergestellt. Die Jacke vom Foto war zum Beispiel mal ein Theater-Vorhang, der so vor dem Müll gerettet wurde. Richtig coole Materialien und spannende Geschichten. Design und Herstellung sind made in Finland. Pidän siitä hyvin (Ich glaube, das heißt: gefällt mir sehr gut).
Die Website ist auf Englisch und ihr findet dort mehr Infos und einen Online Shop. Sie hört auf moricollective.com.

Nuuwai nutzt Obst als Transportmittel

Häh, was soll das heißen? Es gibt ein Material, das sich verdächtig nach Leder anfühlt, aber 100% vegan ist. Apfel-Leder, oder auch Apple Skin. Dieses Material wird aus Äpfeln hergestellt. Glücklicherweise braucht man dafür aber keine ganzen Äpfel, sondern es lassen sich wunderbar Apfel-Reste aus der Industrie verwerten. Finde ich extrem spannend, die Haptik hat mich sehr angesprochen und ich hätte nicht gemerkt, dass es kein „echtes“ Leder ist.
Mehr Infos zu dem spannenden Rohstoff, dem Label und einen Online Shop gibt es auf nuuwai.de.

Cocccon stellt tierleidfreie Seide her

Vielleicht wäre ich hier vorbeigerauscht, wenn nicht die bezaubernde Lisa von Fempreneurships Storys dort gerade ein Kleid zur Schau getragen hätte. Mensch, das wäre schade gewesen. Wusstet ihr, dass für Seide normalerweise die Kokons der Raupen in kochendes Wasser geworfen werden – mit den noch lebenden Raupen darin? Das ist gemein und zudem auch noch unnötig, wie der Entwickler von Cocccon unter Beweis stellt. In Indien, wo die Raupenfarm ist, arbeiten viele Menschen daran, die Raupen erst aus den Kokons zu lassen. So wird jeder Kokon einzeln mit einem Schlupfloch versehen und dann gewartet, bis die Raupe sich entsprechend entwickelt hat und bereit ist, ihr Heim zu verlassen. Die Seide ist dadurch nicht ganz so glatt, hat aber eine wunderbare Struktur. In dieses Label habe ich mich sehr verliebt.
Die Website cocccon.de ist nicht grade aktuell, aber die Raupen-Story könnt ihr dort noch mal in epischer Breite nachlesen.

Sea Shepherds + Jeckybeng = eine richtig gute Jacke

Jeckybeng haben eine komplett PVC-freie Jacke auf den Markt gebracht, die trotzdem wasserabweisend ist. Die Jacke fühlt sich extrem wertig an, ich wollte sie gar nicht wieder ausziehen. Satte 100 Euro pro verkaufter Jacke gehen dann von Jeckybeng direkt zu den Sea Shepherds, die sie zum Schutz der Weltmeere einsetzen. Eine tolle Kooperation und ein Wahnsinnsprodukt. Das Label Jeckybeng lohnt sich übrigens auch über diese Jacke hinaus.
Mehr Infos darüber – und natürlich auch die Jacke – gibt es auf jeckybeng.com.

Freundschaftsfeeling bei Hafendieb

Manchmal trifft man auf Leute und denkt, dass man die schon kennt. Einfach, weil sie so ähnlich ticken, wie man selbst. So ging es mir direkt mit Martin von Hafendieb. Und das liegt nicht an dem Korn, den er mir eingeflößt hat, ich schwöre. Hafendieb stellen schlichtes Seemannsgarn (und Seefrausgarn) zum anziehen her. Die Klamotten sind fair produziert und aus biologischen Rohstoffen. Die Veredelung findet in Hamburg und Berlin statt. Moin, Hafendieb!
Mehr Infos und einen Online Shop findet ihr auf hafendieb.de.

Mützen mit und ohne Bommel von Costo

Die Finnen haben es mir mal wieder angetan. Costo kommen nämlich, wie auch das Mori Collective, aus Finnland. Das Label stellt verschiedene Mützen und Hüte in allen möglichen Farben her. Der besondere Clou sind ansteckbare Bommeln, mit der man die Mützen und Hüte nach Lust und Laune kombinieren kann. Ob ich das tragen würde, weiß ich nicht genau. Aber die Idee gefällt mir trotzdem sehr gut.
Alles weitere über das Label und einen Online Shop gibt es auf costo.fi.

Last aber überhaupt nicht least: Jeans-Upycling von Bridge&Tunnel

Auch wenn das meine letzte Station der Messe war, ist Bridge&Tunnel eines meiner absoluten Lieblings-Eco-Fashion-Labels. Die Frauen stellen aus abgelegten Jeanshosen allerlei Produkte her. Meine Laptop-Tasche ist zum Beispiel von dem Label und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie benutze. Man kann übrigens auch die eigene, ausgediente Jeans zu neuem Leben erwecken lassen. Ganz große Liebe für diese Idee und die Umsetzung. Der Instagram-Channel der Marke lohnt sich im übrigen auch ganz besonders.
Mehr Infos und einen Online Shop mit all den liebenswerten Unikaten findet ihr auf bridgeandtunnel.de.

Und zum Schluss noch ein kleiner Müll-Rant

Ich fand die Messe toll. Ich habe eine Menge interessante Menschen und Labels kennengelernt und wieder getroffen und eine super Zeit mit meiner lieben Freundin Rike – danke für deine Geduld und all die Fotos by the Way – gehabt. Aber. Leider gibt es ein Aber. Wieso ist das Essen in Einweg eingepackt gewesen? Immerhin gab es für Kaffee und Tee ein Pfandsystem. Stullen, Kuchen etc. gab es aber nicht ohne Verpackung. Da ist noch Luft nach oben!

Im übrigen geht das auch an die Standbetreiber/innen: So viele Einweg-PET-Flaschen standen da herum. Das könnt ihr besser, ich weiß es!

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