Meine 9 Favoriten von der Fashion Week

Das nachhaltigste Kleidungsstück ist unbestritten das, das gar nicht produziert wurde. Grundsätzlich macht es vor Neuanschaffung immer Sinn zu überlegen, ob man das ins Auge gefasste Teil wirklich braucht, oder ob man nicht doch noch was im Schrank hat, das ebensogut verwendet werden kann.

Manchmal braucht man wirklich etwas Neues. Dann macht es der Nachhaltigkeit wegen Sinn, genau hinzuschauen und den ökologischen und sozialen Fußabdruck des Kleidungsstücks nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin auf der letzen Fashion Week gewesen und habe einige spannende Labels im Gepäck, die es deutlich besser machen als die großen Mode-Giganten. Wenn neue Klamotten – dann so.

Hier kommen meine Top 10 Fashion-Brands der diesjährigen Fashion Week, in alphabetischer Reihenfolge.

Colorful Standard

Das wichtigste im Kleiderschrank? Ich würde sagen: Basics. Die Teile, die einfach zu allem passen, gemütlich sind und sich nicht aufdrängen sind bei mir immer die unverzichtbaren. Die Kleidung bei Colorful Standard hat mich vom Style her direkt an American Apparel erinnert. An denen fand ich inhaltlich ganz viel schwierig (unklare Produktionsbedingungen, sexistische Werbung, Missbrauchsvorwürfe gegen den Inhaber), aber den Look mochte ich immer gerne. Wie gut also, dass das Dänische Label Colorful Standard ein ähnliches Konzept fährt, aber vieles besser macht. Sehr hübsch finde ich die Herleitung zu den ausgewählten Farben, die es auf der Website gibt. Alle Teile sind komplett aus Bio-Baumwolle und in Portugal hergestellt. Das Label lädt ausdrücklich ein, der Fabrik jederzeit einen Besuch abzustatten und verspricht beste Arbeitsbedingungen. Wer also mal in Bardelos, Portugal ist: geht doch da mal vorbei, checkt die Lage und berichtet. Die Teile sind übrigens alle pre-washed und laufen somit garantiert nicht mehr ein.
Mehr Infos gibt es auf colorfulstandard.com.

Dedicated

Kein neuer Fund für mich, aber ich freue mich jedes Mal aufs Neue, die Marke zu sehen. Das Schwedische Label produziert seit 2006 nachhaltige Streetwear, die den großen Playern aus der konventionellen Klamottenindustrie looktechnisch in nichts nachsteht. Ich finde fast jedes Teil aus den letzten Kollektionen toll. Aktuell bauen sie ihr Angebot für Frauen massiv aus, juhu. Die verwendete Baumwolle ist zu 100% Bio-zertifiziert, außerdem arbeiten sie viel mit alternativen und recycelten Materialien. Die Range geht von ganz schlichten Klassikern über wilde Prints bis hin zu klaren, politischen Aussagen. I love it all.
Mittlerweile gibt es übrigens auch in Deutschland ein Lager, das heißt Bestellungen kommen nicht mehr aus dem Ausland, sehr gut. Mehr Infos, einen Shopfinder und den Online-Shop findet ihr auf dedicatedbrand.com.

Eco Stories

Bei Eco Stories aus Ravensburg habe ich mich in eine Regenjacke verliebt. Die ist mit Kork beschichtet, sieht toll aus und fühlt sich richtig super an. Auch sonst haben mich die klaren Schnitte und Farben überzeugt und auch, dass sie alles in Ravensburg von Hand anfertigen. So entstehen keine langen Transportwege und Unklarheiten in der Produktionsweise. Das Label ist noch ganz jung, ich wünsche viel Erfolg und hoffe, noch viel davon zu hören.
Auf ecostories.de finden sich weitere Informationen und ein kleiner Online-Shop.

Funktion Schnitt

Funktion Schnitt bieten auch Basics an. Das Kölner Label hat sich komplett dem Thema „Shirt“ angenommen und stellt für jeden Bedarf das passende Oberteil her. Die Shirts gibt es aus den sechs Materialien Bio-Baumwolle, Tencel®, Leinen, Merino, Kaschmir und SeaCell™ – jedes Material eignet sich für einen anderen Einsatz. Je nachdem, wofür man das Shirt also braucht kann man die besten Eigenschaften für sich wählen. Die Vorteile der verschiedenen Materialien, sowie deren Herkünfte, lassen sich auf der Website nachlesen. Die Shirts werden fair, umwelt- und sozialverträglich in Porto, Portugal hergestellt.
Mehr Infos und einen Online Shop findet ihr auf funktionsschnitt.de.

Jan’n’June

Das Label Jan’n’Junge beobachte ich schon recht lange, ich liebe die Inhaberinnen Jula und Anna sehr, zwei so tolle Frauen. Auf den Modemessen ist der Stand von den beiden immer mein Rückzugsort, wo ich kurz abschalten und nette Gespräche, nicht nur über Mode, führen kann. Danke dafür. <3 Vor zweieinhalb Jahren habe ich die zwei mal interviewt, das könnt ihr hier nachlesen. In der kommenden Kollektion wird es mal ein wenig blümerant, was ich sehr schick finde.
Ein Blick auf jannjune.com lohnt sich auf jeden Fall immer!

Jeckybeng

Jeckybeng sind mein Messefundstück #1. Richtig gut, was die machen. Mit ihrer Kleidung (bisher allerdings leider nur für Männer) und den Accessoires verbinden sie Wildnis und Großstadt gekonnt. Die Teile sind irgendwo zwischen  urbanem Hipster und rein praktischem Aussteiger angesiedelt und haben alle eine tolle Wertigkeit. Die Message der Marke ist ganz klar: Miss dich nicht mit der Natur, sondern leben im Einklang mit ihr. So gibt es zum Beispiel auch ein Feuereisen, mit dem man ganz ohne Streichholz und Co Feuer entzünden kann. Saucool.
Mehr Infos und einen Online Shop gibt es auf jeckybeng.com.

Maria Seifert

Noch eine alte Bekannte, wie schön. Von Maria Seifert habe ich mittlerweile zwei Teile in meinem Kleiderschrank, die ich beide sehr liebe. Wie für mich geschneidert. Das ist mit meinen 1,81m und den eher breiten Hüften leider keine Selbstverständlichkeit, dass ich in Unterteile überhaupt reinpasse. Bei dem Leipziger Label klappt es eigentlich immer. Richtig verliebt habe ich mich in diesen Mantel – gut, oder? Maria Seifert legt großen Wert auf die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien. Schnitte und Produkte haben eine gewisse feminine Eleganz, ohne dabei zu übertreiben.
Auf mariaseifert.com gibt es mehr Infos und einen Online-Shop. Nix wie hin da.

  

Movinum

Movinum bedeutet „beweg dich jetzt“, und genau dafür steht das Label aus Ljubljana in Slowenien. Die minimalistischen Teile sind alle unisex. Die verwendete Bio-Baumwolle ist GOTS-zertifiziert und auch die manchmal zum Einsatz kommenden Materialien Leinen und Wolle werden aus nachhaltiger Produktion bezogen. Auch Reißverschlüsse und Knöpfe werden mit Bedacht gewählt, letztere sind zum Beispiel aus Porzellan und werden von einem lokalen Künstler hergestellt. Das Unternehmen arbeitet nach dem Zero-Waste-Prinzip und verwendet zum Beispiel Stoffreste immer noch weiter. Spannende Marke, von der wir hoffentlich noch mehr hören werden.
Online Shop und Infos gibt es auf movinum.com.

Nudie

Nudie kommt, wie so vieles Gutes, aus Schweden. Die Jeans sind mittlerweile eine etablierte Jeans-Marke und versorgen längst nicht mehr nur Menschen, die aktiv auf Nachhaltigkeit im Kleiderschrank achten mit ihren tollen Beinkleidern. Die Baumwolle ist bio- und Fairtrade-zertifiziert. Außerdem bietet Nudie in einigen Städten einen Repair-Service an. Wem die Shops zu weit sind, kann sich ein kostenloses Repair-Kit bestellen und die Jeans selbst flicken. Das Kredo des Labels ist: Mit dem Kauf einer neuen Nudie kaufst du einen treuen Wegbegleiter für die nächsten Jahre. Auf der Messe habe ich eine Cordhose entdeckt, die ich stark finde.
Auf nudiejeands.com geht’s in die Nudie-Welt.

 

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Comments

2 Responses to “Meine 9 Favoriten von der Fashion Week”
  1. Lisa Lotte sagt:

    Hallo zusammen, zum Tag der Umwelt gibt es bei ekn einen 10% Rabatt-Gutschein. Die Schuhe sind für meinen Geschmack sehr cool und man unterstützt gleichzeitig eine ökologische Produktion.

    https://www.eknfootwear.com/shoes/?gutschein=umwelt10

  2. Franzi sagt:

    Dedicated und Jan n June werden auch jede Saison besser! Muss mir auf jeden Fall noch das Interview mit den beiden durchlesen! Das kannt ich noch gar nicht..

    xx Franzi
    https://unpetitsourireslowsdown.com/

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