Wer hat den nachhaltigsten Weihnachtsbaum?

Für viele Menschen gehört ein schöner Weihnachtsbaum genauso zu Weihnachten, wie Geschenke, ein tolles Essen oder ein Plätzchenteller. Auf den ersten Blick wirkt so ein Weihnachtsbaum ja auch total vertretbar. Ein Naturprodukt im Wohnzimmer, warum eigentlich nicht?


Baumschmuck basteln macht übrigens großen Spaß. 

Klassische Weihnachtsbäume sind nicht nachhaltig

Wenn wir mal darauf achten, wie viele Weihnachtsbaumhändler es gibt, fällt schnell auf: Das sind ganz schön viele Bäume, die für das Weihnachtsfest abgeholzt werden. Diese werden oft auf Waldstücken angebaut, deren Böden durch die Nadel-Monokultur versauern. Außerdem werden viele Pestizide eingesetzt, damit die Bäume möglichst wenig Schäden haben. Denn wer will schon einen krummen Weihnachtsbaum, oder einen mit einer vertrockneten Stelle. Oft kommen die Bäume auch von weit her und sind somit kein regionales, sondern ein weit gefahrenes Produkt. Die eingesetzten Pestizide sind für Tiere, insbesondere für Insekten, eine Katastrophe. Und für uns auch, denn wir holen uns mit dem Weihnachtsbaum auch eine bunte Pestizid-Mischung ins Wohnzimmer.

Ich will aber einen ganz normalen Weihnachtsbaum!

Ok, du hast Glück: Es gibt durchaus auch Bäume, die vertretbar sind. Ganz klassische, denen man auf den ersten Blick gar nicht ansieht, dass es sich um die nachhaltigere Variante handelt. Kauft zertifizierte Bäume! Diese Bäume stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft und es werden viel weniger Spritzmittel eingesetzt. Was es da für Siegel gibt und wo es nachhaltige Weihnachtsbäume gibt, hat die gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt, Robin Wood, in diesem Beitrag bestens zusammengefasst. Besonders hilfreich finde ich die nach Bundesländern sortierte Liste, die dort bereitgestellt wird. Alternativ kann man sich auch an Förster aus nahen Wäldern wenden, manchmal sind die froh über AbnehmerInnen von Bäumen, die sie im Rahmen ihrer forstwirtschaftlichen Tätigkeit ohnehin fällen müssen. Die beliebte Nordmanntanne ist übrigens kein natürlich in Deutschland vorkommender Baum. Greift besser auf Kiefer, klassische Tanne oder Fichte zurück. Die sind auch hübsch und die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um regionale Bäume handelt, ist höher.

Weihnachtsbaum mieten statt kaufen

Einige Baumschulen bieten Weihnachtsbäume zur Miete an. Da holt man sich einen Baum im Topf, den man nach Weihnachten zurückgeben kann. Die Bäume können weiter wachsen und entweder im nächsten Jahr als größerer Weihnachtsbaum zum Einsatz kommen oder im Rahmen von Aufforstung einen dauerhaften Standplatz im Wald bekommen. Um die gemieteten Bäume muss man sich allerdings deutlich mehr kümmern, als um die gefällten Artgenossen. Die Wärme aus vielen Wohnräumen ist schwierig, man muss sie mit Wasser bestäuben – das ist also keine ganz unkomplizierte Lösung. Dafür aber eine die auskommt, ohne eine Baum gefällt zu haben. Auch hier lohnt sich das genaue Hinsehen: Nicht jede Baumschule arbeitet ökologisch.

Mehrweg-Baum

Bei meiner lieben Franzi Schädel habe ich außerdem den Mehrweg-Baum kennengelernt. Diesen kann man jedes Jahr neu aufbauen und immer wieder unterschiedlich schmücken. Kein klassischer Baum, aber definitiv eine gute Alternative. Hier geht es zu ihrem umfassenden Artikel dazu.

Foto: Franzi Schädel. Mehr davon gibt es in ihrem Artikel.

Weihnachtsbaum für den Wald

Das von mir sehr geschätzte Bergwaldprojekt hat sich eine tolle Sache überlegt. Unter diesem extrem trockenen Jahr haben viele Wälder gelitten. Deshalb kann man gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt dem Wald einen Weihnachtsbaum schenken. Für 17 Euro wird ein standortheimischer Baum gepflanzt und geschützt. Man selbst bekommt ein Zertifikat. Das macht sich im Wohnzimmer nicht ganz so hübsch wie ein Baum, man hat aber nachhaltig etwas für die Natur getan. Ach, wisst ihr was? Ich spende gleich im Anschluss an diesen Artikel einen Baum.

Weihnachtsbaumschmuck

Auch beim Thema Weihnachtsbaumschmuck könnt ihr übrigens nachhaltig agieren. Selbstgebasteltes aus Natur-Materialien ist nachhaltiger als weitgereiste Plastik-Artikel. Lametta und andere Einweg-Produkte sind natürlich auch nicht ökologisch.

Für was für einen Baum habt ihr euch entschieden – oder kommt ihr ohne aus?

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Comments

2 Responses to “Wer hat den nachhaltigsten Weihnachtsbaum?”
  1. Petra sagt:

    Ich habe einen Weihnachtsbaum aus Treibholz mit LED Fairy Lights und Schmuck aus Glas, Porzellan, Leder und Draht. Sollte er mir mal nicht mehr gefallen, könnte ich ihn auch auf den Kompost geben – das wird aber nicht passieren 😉

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