Kokain ziehen ist so unfair

Kokain ist eine sehr weit verbreitete Droge. Sie gilt als Lifestyle-Droge und wird in meinem Umfeld mitunter fröhlich konsumiert. Da Kokain eher teuer ist, ist sie auch eher was für die Reichen. DesignerInnen, ArchitektInnen und die ganze Medienbranche sind voll davon. Überall wird das weiße Zeug gezogen.

Was genau ist Kokain eigentlich?

Im späten 18. Jahrhundert wurde festgestellt, dass das Kauen von Koka-Blättern eine euphorisierende Wirkung hat. Im Labor gelang es, einen Stoff, der auf den Namen Kokain getauft wurde, zu extrahieren und so in höherer Dosis verfügbar zu machen. Anfangs wurde der Stoff genutzt, um Menschen von ihrer Morphinabhängigkeit zu lösen. Auch Sigmund Freud war begeistert von der Medizin. Erst etwa 100 Jahre nach der Entdeckung wurde festgestellt, wie sehr der Stoff abhängig macht und welche Gefahren er birgt und wurde daraufhin verboten.


Sieht so nett und harmlos aus: Die Koka-Pflanze.

Wo ist das Problem?

Ganz persönlich: ich finde es eklig mir was durch die Nase zu ziehen, aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich möchte hier auch nicht über die gesundheitlichen Nebenwirkungen sprechen – über die gibt es eine Menge im Netz . Außerdem seid ihr erwachsen und schätzt das bitte selber für euch ein.

Problematisch finde ich den Anbau und die (illegalen) Wege von dem weißen Pulver bis hin zu den Endkonsumenten.

Der Weg ist blutig und gewaltvoll und durch einen kleinen Rausch, einen Moment der Alltagsflucht, nicht zu legitimieren. Insbesondere Kolumbien ist betroffen. Der Anbau von Koka-Blättern ist viel lukrativer als der von Obst, Gemüse oder Getreide. Koka kann dreimal im Jahr geerntet werden und die Marge ist bedeutend höher. Der Anbau der Blätter ist übrigens nicht illegal, das Kauen der Blätter auch nicht. Die Herstellung und der Verkauf der Droge hingegen sind weltweit verboten. Drogen-Mafias bekriegen einander, viele Menschen sterben. Auch heute noch, das war keine besonders gemeine Zeit, in der Pablo Escobar sein Unwesen getrieben hat. Das ist im großen und ganzen immernoch genau so.


Sorry für das Stockfoto – zu dem Thema finde ich bei mir nix 😉

Ist das Kokain dann produziert, müssen die Drogen in andere Länder, zum Beispiel nach Deutschland gelangen. Das geht per geschmierten Zoll-Beamten, aber auch mit kleinen Drogen-Kurieren. Da schluckt man einige Portionen gut eingewickeltes Kokain, transportiert die Ware also im Magen, und scheidet sie im Ankunfsland wieder aus. Platzt so ein Päckchen im Magen des Transportierenden, führt das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zum Tod. Was also wie leicht verdientes Geld wirkt ist hochgefährlich. In Deutschland angekommen geht es mit Drogen-Mafia weiter und zieht sich bis zu den armen Leuten, die dann in Parks stehen und die Ware feilbieten.

An Kokain klebt so viel Blut und Elend – lasst einfach die Finger davon… trinkt lieber einen regionalen Drink oder baut euch bisschen Gras an…

PS – das gilt nicht nur für Kokain, bei Heroin ist die Herkunft ähnlich. Und auch andere Drogen haben schwierige Wege hinter sich. Da kann man das Etikett nicht so easy studieren wie bei einem Produkt im Supermarkt – die Recherche lohnt sich aber. Am Ende gilt auch hier: Think global, act local.

Mehr Infos findet ihr auf wikipedia.

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