Rückblick Next Organic 2016

Die Next Organic ist seit mittlerweile vier Jahren eine tolle Plattform für das nationale und internationale Food-Fachpublikum aus den Bereichen Handel, Gastro, Köche, Presse, Einkäufer, Hoteliers… In den letzten Jahren habe ich das messeähnliche Format immer sehr geschätzt, hier sind alle Artikel dazu zu finden. So war ich sehr glücklich, als ich für die diesjährige Pressearbeit im Rahmen der Next Organic angefragt wurde und war dieses Jahr in viele Abläufe involviert. Manchmal ist es sehr ernüchternd, hinter die Kulissen sehen zu können. Nicht so in diesem Fall. Die Zusammenarbeit hat mich eher zu einem noch größeren Fan des Formats und den Initiatoren gemacht.

NEXT ORGANIC STARTUP-AWARD

Der gefragte Wettbewerb für Startups in der Lebensmittelbranche, der Next Organic Startup-Award, zeichnete am ersten Messetag die Gewinner der vier Kategorien aus. Bone Brox konnte die Jury mit Knochenbrühe als Superfood-Getränk in der Kategorie Manufaktur überzeugen. Conflict Food möchte Produkte aus Konflikt-Regionen importieren, zum Beispiel Safran aus Afghanistan, und überzeugte damit in der Kategorie Handel. Die Walnussbäuerin wird mit Ihrem Konzept Walnüsse in Brandenburg zu kultivieren als bester Erzeuger-Betrieb ausgezeichnet. Seamore vermarktet Algenpasta aus Irland und gewinnt damit als bester Hersteller.

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SOCIAL BUSINESS TRIFFT NEUE BIO-BEWEGUNG

Zahlreiche neue Produkte und Projekte haben im Kern ein sozial-ökologisches Geschäftsmodell: Sie wollen direkten gesellschaftlichen Mehrwert schaffen. Rund 10 Aussteller präsentierten im Social Impact Café ihre Konzepte an der Schnittstelle Natur-Gesellschaft. Marken wie Lemonaid und Viva con Agua waren erste Vorreiter, Conflict Food, Too Good To Go und RESTLOS GLÜCKLICH legen nach. 
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MIT PALEO RAUS AUS DER INDUSTRIELLEN LEBENSMITTELPRODUKTION

Mit der Paleo-Area präsentierte die Next Organic einen Trend, der weg von industriell verarbeiteten Lebensmitteln hin zu mehr Naturnähe, Frischkost und alten Herstellungstechniken wie Fermentieren oder Marinieren führt. Der Verzicht auf Convenience, Zucker, Getreide oder Milch mag kulinarisch überraschen, ernährungsphysiologisch gibt es in der noch jungen Szene jedoch viel Spannendes zu entdecken, wie zum Beispiel Kombucha als natürliche Quelle für viele Vitamine oder Knochenbrühe mit reichlich bio-verfügbaren Nährstoffen. Zum Thema Kombucha habe ich letztens einen Artikel geschrieben, den ihr hier findet.
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STADT DER ZUKUNFT – VOM LIFESTYLE ZUR STRUKTUR: DER NEXT ORGANIC FISHBOWL 

Die neue soziale und politische Dimension in der Szene wurde auch im Rahmenprogramm, dem gemeinsam mit der Heinrich Böll Stiftung initiierten Next-Organic-Fishbowl sichtbar: Bei diesem Beteiligungsformat ist das Publikum Teil des Podiums, was IHK Geschäftsführer Christian Wiesenhütter, Renate Künast (MdB) und auch Staatssekretärin Sabine Töpfer-Kataw immer wieder zum Ausdruck brachten: Viel diskutiert wurde die Verantwortung der Lebensmittelbranche mit Blick auf unsere globalen Ziele. Vor allem die auf dem UN-Gipfel in New York verabschiedete „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ gilt global als Messlatte für zukunftsfähige Entwicklung. Die Stadt braucht besseres Essen für ALLE Menschen, mehr Prozessqualität, viel mehr lokal-regionale Produktion und vor allem: gutes Essen in Schulen, auch für die immer häufiger anzutreffenden unter- und fehlernährten Kinder.
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VEGAN CUISINE, RAW FOOD, NOSE TO TAIL: 15 KOCHSHOWS MIT TOP-KÖCHEN DER KULINARISCHEN SZENE

Mit Christoph Hauser und Lucki Maurer gab es gleich zwei Top-Protagonisten aus der Nose-To-Tail Szene – Lucki Maurer gelang geschickt ein Brückenschlag zur neuen Paleo-Bewegung mit einer extravaganten Knochenbrühe. Der Teamchef der Köche Nationalmannschaft Matthias Kleber zeigte in seiner Show und der Diskussion, wie wertvoll regionale Lebensmittel sind und das man auch mit Bio und Handwerk gezielt Wertschöpfung am Teller generieren kann – ohne gleich hohe Preise aufzurufen. Boris Lauser, Rike Schindler, Andi Tuffentsammer und Stefan Glantschnig repräsentierten eine neue Generation von Köchen und Köchinnen, die entweder als Quereinsteiger oder mit ihrem teilweise sternegekrönten Talent regional-lokale Produkte in Szene setzen. Einziger Kritikpunkt meinerseits: Nur eine Frau? Really? Auf geht’s, ihr kochenden Damen – erobert euch einen Teil des Next Organic Herdes 2017!

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EIN FAZIT

Im vierten Jahr bestätgie sich die Next Organic als Sprungbrett für neue Marken und Startups, innovative Produkte und aktuelle Trends. Paleo, Algen oder Themen wie Plant Based Cooking, Social Business, Projekte von und mit Geflüchteten und Migranten: Der inhaltliche Horizont, die Geschichten in den Produkten gewinnen gerade eine neue Qualität. So soll es weiter gehen, ich kann die Planung für 2017 kaum erwarten 🙂
Alle Fotos, bis auf das von Rike Schindler, stammen von Michael Frühbis. Das von Rike habe ich gemacht.
Kategorien Food Friday

über

Mom of 2, irgendwo zwischen Festival und Ökomarkt zu finden. Eiscremesüchtig. Meistens gut gelaunt, manchmal aber auch sehr wütend und voller Weltschmerz - und wer sein Chaos beherrscht, ist ja ein Genie, stimmt’s?

2 Kommentare zu “Rückblick Next Organic 2016

  1. Danke für den tollen Einblick, leider konnte ich nicht dabei sein. Lg, Elisabeth

    • Im nächsten Jahr sehen wir uns dort, ja? 🙂

      Es kommt die Tage auch noch ein Artikel zu einigen Ausstellern.

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