Markthalle Neun – alles Gentrifizierung, oder was?

Die Kreuzberger Gemüter sind derzeit am brodeln. Die Markthalle Neun hat dem Aldi-Markt gekündigt, der schon seit 1977 in der Markthalle ist. Also viel länger, als die jetzigen Betreiber da ihre Finger im Spiel haben. Nun sind viele Menschen wütend und finden, das Konzept der „Markthalle für alle“ würde nicht zutreffen, es sei eine Markthalle für Besserverdienende. Um es auf die Spitze zu treiben, wollen die poshen Markthallen-Leute den Hartz4-Empfängern auch noch vorschreiben, nicht mehr im Discounter zu kaufen. Oft fehlt mir in der Diskussion, die ich vor allem online mitbekomme, die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema in Kombination mit einer echten Fakten-Beschreibung. Ich versuche das jetzt mal und bin für eure Anregungen natürlich gerne offen.

Gutes Essen für alle – nur ein Claim? Meine Beobachtung sagt: nein, da steckt auch was dahinter.

History-Check: Die Markthalle in der Eisenbahnstraße

Ich gehe jetzt nicht ganz weit zurück. Zum gesamten Werdegang der Markthalle könnt ihr euch zum Beispiel hier informieren. Ich fange bei meinen eigenen Markthallen-Erinnerungen, also etwa 2004, an. Damals gab es in der Halle den mittlerweile Konkurs gegangenen Drogeriemarkt drospa, Kik, Aldi und eine Bude, in der es vor allem günstiges Bier gab. Dieser Zeit scheinen nun einige Menschen nachzutrauern. Ich wage allerdings anzumerken, dass das auch keine Markthalle für alle war. Die Halle war seinerzeit regelrecht gruselig, es roch gerne mal nach Ausscheidungen und war insgesamt einfach ein trauriger Ort. Das ist natürlich eine subjektive Beschreibung. Aber gemütlich kann es damals niemand gefunden haben?! Was sich auf jeden Fall festhalten lässt: Mit einer Markthalle im eigentlichen Sinn hatte es lange nichts mehr zu tun. Weit und breit kein frisches Gemüse, keine Bauern, keine regionalen Waren. Die paar Male, die ich in der Halle war, war da sonst kaum ein Mensch. Am ehesten tatsächlich bei Aldi.

Der Pitch um das beste Konzept

Fast wäre die Halle 2011 einfach ein großer Supermarkt geworden und damit an den Höchstbietenden gegangen. Anwohner haben das verhindert und schließlich hat die Stadt ein Konzept gefordert, das kleinteiligen Markthandel ermöglicht und eine Begegnungsstätte für alle sein sollte. Den Zuschlag hat das Konzept der jetzigen Betreiber bekommen. Darin war übrigens von Anfang an vermerkt, dass Aldi nicht für immer in der Halle bleiben soll. Der Mietvertrag mit Aldi wäre schon vor ein paar Jahren ausgelaufen, wurde dann nach Protesten aber noch einmal verlängert.


Ja, das System ist krumm. Nicht die Betreiber der Markthalle. Und: Wie hübsch ist bitte Rosenkohl am Strunk?

Die Liebe zu Aldi

Aber jetzt ist Schluss, aus. Aldi muss raus. Stattdessen kommt übrigens ein DM-Markt in die Halle. Ein Drogeriemarkt ist in dem ganzen Kiez nicht zu finden, der nächste Discounter ist ca. 150 Meter entfernt. Bei DM gibt es außerdem auch eine Menge Niedrigpreisartikel, da kommt jetzt kein Luxus-Geschäft rein. Das scheint aber egal zu sein, Aldi erfährt grade eine extreme Sympathie. Es gibt sogar eine Petition, die sich für den Erhalt des Discounters einsetzt. Dass Aldi am Ende auch ein Teil des Problems ist, warum Menschen überhaupt zu wenig Geld haben, wird dabei komplett außer Acht gelassen. Aldi zahlt Bauern keine fairen Preise, Aldi hat tonnenweise Plastikverpackungen in den Regalen und Fleisch aus Massentierhaltung. Immerhin scheinen sie ihre Angestellten übertariflich zu bezahlen. Bei den Protesten sollte man sich aber vielleicht auch mal klar machen, dass die Aldi-Brüder die reichsten Männer Deutschlands sind. Der wichtigste Punkt hierbei sollte aber sein, dass die Aldi-Preise einfach keine realistischen Preise sind. Dazu haben die Betreiber der Markthalle einen guten Text in Form eines Briefes an die Nachbarschaft geschrieben.

Übrigens: Es geht auch immer wieder um den Schreibwarenladen, der angeblich wegen des Cafés schließen musste. Das ist einfach eine falsche Information. Die Dame, die den Laden betrieben hat, hat keine Nachfolger gefunden und das Geschäft aufgrund ihres hohen Alters aufgegeben. Da fand keine Verdrängung statt.

Markthalle ist nur was für Reiche

So lautet der Vorwurf. Ist das denn wahr? Nun, es gibt gewiss einige Stände, wo es schon teuer ist. Ein Laib Brot bei Sironi kostet gut und gerne 10 Euro. Er ist auch riesig und schwer, aber das sind keine Preise für Menschen mit niedrigem Einkommen, das ist korrekt. Es gibt aber auch andere Stände in der Halle. Bei der Wilden Gärtnerei zum Beispiel kann man sich selbst einstufen und entweder den „normalen“ Preis bezahlen, einen „Soli“-Preis, wenn man bereit ist, mehr Geld auszugeben oder bis zu 60% weniger. Damit sich jeder regionale Bio-Lebensmittel leisten kann. Andere Stände haben einfach ganz normale Markt-Preise. Weitergehend zum Nachdenken: EU-weit geben die Deutschen prozentual am wenigsten Geld ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Kein guter Trend. Das bedeutet weniger Geld für Bauern, für Tierschutz und für faire Löhne. Ich will niemandem vorschreiben, für was wer wie viel Geld ausgeben muss. Preise bei Aldi sind aber einfach keine realistischen, das muss jedem klar sein. Absurderweise scheint sich der Hartz4-Satz tatsächlich an den Preisen bei Aldi zu orientieren. Das ist ein großes Problem, dagegen sollten wir alle zusammen protestieren!

Food-Märkte

Etwas schwieriger wird es, wenn es um die Food-Märkte geht, die ab und zu in der Markthalle stattfinden. Meistens mit einem Oberthema. Käse, Wurst & Bier oder Wein zum Beispiel. Letztens war Wurst & Bier, wo man fünf Euro Eintritt bezahlen musste, um ein Bier zu trinken. Das kommt einem dann schon mal absurd vor. Anwohner mit derselben Postleitzahl wie die Markthalle kommen übrigens immer umsonst in die Halle. Ich verstehe aus betriebswirtschaftlicher Sicht, warum solche Veranstaltungen Eintritt kosten. Die Standgebühren müssten sonst teurer sein und das wäre für viele kleine Betriebe dann nicht mehr zu stemmen. So eine Halle kostet ja auch Unterhalt, sie muss organisiert und gereinigt, geheizt und geputzt werden. Trotzdem fühlt sich das dann teilweise komisch an. Die meisten Veranstaltungen sind im übrigen ohne Eintritt. So zum Beispiel auch das von mir sehr geschätzte Stadt-Land-Food-Festival. Über das sich in zum Beispiel diesem Artikel auch ausgelassen wird. Aber bei näherer Betrachtung hat sich die Zeitung offenbar nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt. Dass der günstigste Snack 10 Euro gekostet hat – das ist einfach nicht korrekt. Was soll sowas, Morgenpost?

Faire, ökologische Landwirtschaft vs. Menschen am Existenzminimum

Am Ende ist und bleibt es eine schwierige Diskussion. Ökologisch und fair produzierte Lebensmittel kosten mehr Geld. Weil ökologische Landwirtschaft nicht nur auf maximalen Ertrag setzen kann, weil faire Löhne teurer sind als Dumping-Löhne, weil Löhne hierzulande deutlich höher sind als in Mexiko, Ägypten und anderen Ländern, aus denen die Deutschen viele Lebensmittel importieren. Weil gute Rohstoffe für Käse, Brot und Co mehr kosten als Ersatzmittel und Schummelstoffe. Dennoch verstehe ich, dass wir damit nicht bei den Ärmsten ansetzen können. Es gibt viele zu viele Menschen, die in prekären, finanziellen Situationen leben. Für die ist ein Stück Käse für 10 Euro einfach nicht abbildbar. Langfristig sollte sich das ändern, kurzfristig und auf Kreuzberg gedacht, gibt es zum Beispiel noch den Lidl, 150 Meter von der Markthalle entfernt.

Und dann ist da noch die Sache mit der Gentrifizierung

Verdrängung. Viele befürchten und monieren, dass durch die Markthalle mehr Touristen nach Kreuzberg kommen und dass Kreuzberg durch solche Orte für die falschen – nämlich die reichen Leute – attraktiver wird. Nun, das lässt sich sicher nicht komplett leugnen, aber auch das ist nicht schwarz-weiß. Tatsächlich brauchen Touristen kein frisches Obst, Gemüse oder Eier. Die sind interessiert am Streetfood Market oder anderen Formaten. Die Markthalle braucht diese Formate und die Touristen, um zum Beispiel die eher dürftigen Dienstage oder Mittwoche abzufedern, in denen sie frisches Gemüse und Kantinenessen anbieten, obwohl die Halle nicht besonders voll ist. Am Ende braucht ganz Kreuzberg Touristen. Nur wir Kreuzberger kaufen nicht genug in all den tollen, inhabergeführten Geschäften. Und wir gehen auch nicht genug auf Konzerte im SO36 oder Bier trinken im Franken. Touristen sind, so sehr sie manchmal nerven, Teil des Ganzen. Luxus-Wohnungsbau wiederum ist ein Problem im Kiez, und zwar ein gewaltiges. Aber keines, an dem die Markthalle direkt beteiligt ist. Ich finde es unlogisch, guten Ideen keinen Raum zu geben, weil vielleicht ein Neubau mehr dadurch entsteht. Da sollten wir wo anders ansetzen, nämlich bei den Immobilien-Haien.

Peace, Freunde!

Lasst uns bitte festhalten, dass die Markthallen-Leute ganz bestimmt nichts böses im Sinn haben. Manchmal könnte aber bestimmt mehr Angebot für Geringverdiener, grade aus dem direkten Kiez, geschaffen werden. Ich fände es toll, wenn ein Dialog entstünde, und keine Online-Petitionen, Sticker-Aktionen, Gegen-Demos und Trotz-Reaktionen. Wir leben doch alle in diesem Kiez, lasst uns da was Gutes draus machen, hier ist für uns alle Platz!

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Comments

29 Responses to “Markthalle Neun – alles Gentrifizierung, oder was?”
  1. icke sagt:

    Ist die Verfasserin die Dame mit dem Schild „richtig gutes bier für alle“ ?

  2. icke sagt:

    wer ist denn die Verfasserin des Artikels?

  3. Paul sagt:

    Liebe Anna,

    ein Wort zur Verdängung in unserem Kiez: Egal, wenn Aldi geht. Das ist ein Millarden-Konzern, der schlecht zu seinen Mitarbeitern und zur Umwelt ist. Guck mal, wie das alles verpackt ist, und wie die ihre Bauern bezahlen.

    Schlimmer ifinde ich, dass kleine Bioläden gehen mussten in Kreuzberg. Bio Company und LPG sind auch nicht die Lösung.
    LG Paul

    • Anna sagt:

      Hi Paul,
      ja, da bin ich total bei dir. Zum Beispiel der kleine Bioladen vorne an der Ecke Skalitzer Straße, er fehlt extrem in der Ecke. Wir können alle dazu beitragen, dass die noch bestehenden Läden, wie etwa in der Wrangelstraße oder am Heinrichplatz bestehen bleiben!

  4. OhBoy sagt:

    Die Markhalle ist eine Riesenenttäuschung. Vor 8 Jahren klang es ziemlich vielversprechend und frisch, was die neuen Betreiber da vorhatten. Dann wurde es aber immer ernüchtrnder. Ökologisch/ regional bietet die Halle nichts, was der Kiez nicht bereits seit Jahrzehnten hat. Ausser Gemüse, Brot und Blumen am WE – einmal die Woche – hat die Halle für die Lokals wirklich kaum was im Angebot. Alles was spannend war – Glut und Späne, FishJungs aus Holland, MisFits, lustiger Crepes-Französe – haben leider nicht lange gehalten. Was blieb ist ein spießiges überteurtes Angebot, das keine Konkurrenz mit den Feinschmecker-Läden der Umgebung hält. Die macht einfach kein Spass, die Markthalle: pretenziös, aber ohne Substanz. Kein Wunder, dass sie als Markhalle sich nicht tragen kann und die Betreiber an die Events angewiesen sind — welche die meisten im Kiez verständlicherweise schlecht leiden können. Was aber wirklich frustriert, dass diese selbstverliebte megaspießige Entwicklung mit großer Verachtung gegen sozial Schwachen anscheinend der „Leuchttutrm der deutschen Ernährungswende“ manifestiert und wird politisch auch so gesehen.

    • Anna sagt:

      Hey OhBoy,
      das ist wohl Geschmacksache. Ich finde es gibt nach wie vor einige wirklich tolle Stände in der Halle. Am meisten vermisse ich Knippenbergers. Ich denke aber auch, dass in der Halle noch viel Luft nach oben ist – die Demos gegen die Halle etc. finde ich dennoch unangebracht. Ich vermisse da einen echten Dialog, in dem sich wirklich zugehört wird und wo auch Kompromisse geschlossen werden können.
      Liebe Grüße

  5. Ayn Rant sagt:

    Da spricht der neoliberale ,ideoligische Geist der Konsum / Warensubjekte.
    Die wahnhafte Annahme man könne die Welt gesund kaufen,
    und durch positives Denken verändern,
    ist eine weit verbreitete Überzeugung.
    Die seit Jahrzehnten was verändert hat ?
    Ach so die Profitrate erhöht.

    • Anna sagt:

      Nein, ich glaube nicht dass man etwas „gesund kaufen“ kann. Aber ich denke schon, dass man durch Konsumentscheidungen einen Unterschied machen kann und den Handel mittelfristig zum Handeln bewegt. Deshalb wächst zB das Bio-Sortiment im Discounter, deshalb macht Lidl gemeinsame Sache mit Bioland etc. Am besten ist, weniger zu konsumieren und nur das zu kaufen, das man wirklich nutzt / essen wird etc.
      Ich sehe auch das kapitalistische System als grundlegend falsch an. Bin aber der Meinung, dass es auch im Falschen das Richtigere gibt.

  6. Kiezanwohner sagt:

    ich finde man sollte hier nur mitdiskutieren, wenn man zur Markthalle Neun die Fakten kennt. Bitte lest Euch dazu gründlich den Blog durch: kiezmarkthalle.noblogs.org
    Es gibt einen Kaufvertrag zur Markthalle Neun mit der Großmarkt GmbH, gegen den sie nachweislich verstößt, da sie nicht als Markthalle in dem Sinne geführt wird, da es hier nicht an sechs Tagen die Woche einen normalen , vollen Wochenmarkt auch mit günstigen Preisen gibt. Außerdem geht es bei demAnwohner- Protest nicht hauptsächlich um den Aldi, es geht darum, dass die Markthalle Neun als Markthalle geführt werden soll und auch per Kaufvertrag muss, was sie derzeit nicht wird. Also hört auf, hier über Sachen zu reden, die nichts mit den vorliegenden Tatsachen zu tun haben zur Markthalle Neun. Alles weitere bitte nachlesen bei: kiezmarkthalle.noblogs.org

  7. Maria sagt:

    Ich habe keinerlei Meinung dazu, da ich weder den Kiez noch die Markthalle kenne, fand aber deinen Artikel plausibel. Angesichts der vielen negativen Kommentare wollte ich dich unterstützen. Ein gut geschriebener Text, und provoziert anscheinend ordentlich Diskussion 😀
    Besten Gruß

    • Anna sagt:

      Danke, das ist wirklich sweet <3

      Diskussion finde ich ja super - es ist ja auch alles nicht schwarz-weiß. Der Ton irritiert mich dennoch an manchen Stellen. Nun ja.

  8. Kiezanwohner mit Wut im Bauch sagt:

    Man sollte doch die Realität sehen. Ein normaler Markt findet hier in voller Form nur an zwei Tagen die Woche statt. Das ganze heißt Markthalle, schon gemerkt? Wenn eine „Markthalle“ es nicht schafft im Sinne einer „Markthalle“ geführt zu werden, dann hat sie ihren Auftrag verfehlt. Luxusfood aus Japan gibt es dort zum Beispiel bei einem neuen Händler jetzt zu kaufen, was ist daran bitte nachhaltig oder regional? Am eigenen Stand der Markthallenleute bei Aldi gegenüber, der nicht als ein M 9 Stand gekennzeichnet ist, gibt es zum Beispiel Ananas mitten im Winter zu erwerben. Selten so etwas nachhaltiges gesehen. Preisnachlässe lassen die M 9 -Betreiber Stände wie die Wilde Gärtnerei machen, am eigenen Stand machen sie das nicht. Ich nenne so etwas verlogen und auch gierig. Denn Kaffee und Getränke, das woran man am meisten verdient, dürfen nur sie selber verkaufen, alle anderen Händler nicht. Aber „sie wollen schon nichts böses“. Nein, sie wollen einfach nur viel Geld verdienen und ihnen sind die Bedürfnisse des Kiezes schlicht egal. Aber wer das jetzt schon als o.k. ansieht, bitte. Reich werden auf Kosten anderer, weiter so in Kreuzberg. Mit mir nicht.

    • Kraans de Lutin sagt:

      Hallo.
      Da sind mindestens 2 Punkte nicht korrekt in Deinem wütenden Kommentar. Getränke findest Du an sehr vielen Ständen in der Markthalle (zu unterschiedlichen Preisen) und auch Kaffee kann man bei v
      erschiedenen Anbietern erwerben. Nicht nur bei den Markthalle 9 eigenen Ständen.

      • Kiezanwohner sagt:

        Ja wirklich? Dann sage mir doch bitte die konkreten Stände in der M 9, die – nicht – M 9 eigen sind und die Kaffee anbieten, zum gleich trinken im offenen Gls? Wenn man Sachen behauptet muss man sie auch belegen können.
        Und welche Stände bieten Getränke aus der Flasche an zum gleich trinken, also mit Glas dazu?

      • Kiezanwohner sagt:

        Ja wirklich? Dann sage mir doch bitte die konkreten Stände in der M 9, die – nicht – M 9 eigen sind und die Kaffee anbieten, zum gleich trinken im offenen Gls? Wenn man Sachen behauptet muss man sie auch belegen können.
        Und welche Stände bieten Getränke aus der Flasche an zum gleich trinken, also mit Glas dazu?

        • Anna sagt:

          Wüsten-Mokka heißt der Kaffeestand, der nicht zur Halle gehört. Haben denn andere den Wunsch geäußert, Kaffee zu verkaufen zu wollen?
          Ich sehe insgesamt gar keine Händler, die sich beschweren. Auf Nachfragen habe ich da auch von keinem der BetreiberInnen gehört, dass sie Verbote seitens der Halle auferlegt bekommen haben. Woher hast du diese Infos?
          Getränke zum Direktverzehr gibt es an fast jedem Stand, oder? Kumpel & Keule, Sironi, Tofu Tussis, Quiche-Stand, Pulled Pork… auch hier frage ich mich aber: Was ist genau dein Punkt? Dass die Halle wirtschaften muss? Really?

    • Anna sagt:

      Hallo Kiezanwohner mit Wut im Bauch,
      also erst einmal: Ich will hier überhaupt nicht die Halle „verteidigen“, ich hänge mit denen weder zusammen noch habe ich etwas davon. Ich bin aber auch eine Kiezanwohnerin und habe derzeit auch Wut im Bauch – nur ein bisschen eine andere Art Wut 😉 – ich kann nicht zu allen Details was sagen. Aber zu denen, mit denen ich mich beschäftigt habe.
      Das ganze heißt Markthalle. Ja, hab ich gemerkt. Weswegen ich den Schrei nach „Aldi muss drin bleiben“ auch nicht ganz nachvollziehen kann. Ich persönlich finde es sogar schade, dass ein DM reinkommt und nicht der Markt noch mehr vergrößert wird.
      Markt ist kein Synonym für „regional“. Dennoch finde auch ich es toll, auf einem Markt ein großes regionales Angebot zu finden. Was ich in der Markthalle neun finde! Uckermarker Fenster, Wilde Gärtnerei, Alte Milch und andere Stände, die regionale Waren anbieten. Von Beet & Baum zB hat ein breiteres Angebot. Das soll der Nachfrage gerecht werden. Welche Waren woher kommen, ist deklariert. Dass der Stand von der Halle betrieben wird, ist kein Geheimnis. Es steht dran, wenn ich mich nicht irre. Ursprung des Standes ist der Lieferservice der Halle, der übrigens ganz vielen Klein- und Kleinsterzeugern zugute kommt. Wer an dem Stand nach einem anderen Preis fragt, bekommt den durchaus. Der Ton macht natürlich die Musik, wie so oft.
      Kaffee gibt es mindestens an einem weiteren Stand in der Halle. Wüsten-Mokka oder so heißt der. Kaffee9 gehört auch nicht den Markthallen-Betreibern, sondern Philipp, soweit ich weiß.
      Mal abgesehen davon: Die ganze Halle steht im Kapitalismus. Also, die müssen damit Geld verdienen, sonst würden sie was falsch machen & im übrigen auch die Landwirte etc. ganz schön hängen lassen. Reich ist da bisher niemand geworden, schön wäre es, möchte ich fast sagen. Wer hingegen die reichsten Männer Deutschlands sind, sind übrigens die Aldi-Brüder.

      • Kiezanwohner sagt:

        Ne, das Café 9 gehört der M 9. Die Markthalle Neun hat insgesamt vier Firmen. Zwei Immobilienfirmen, die sich rein auf die Halle an sich beziehen, hier sind alle drei bekannten Betreiber die Gesellschafter, also die Besitzer, zusammen mit Bernhard Lill, einem Immobilieninvestor. Dann gibt es noch die Markthallen Neun GmbH, die den eigentlichen Markthalle in der Markthalle macht, hier sind die Gesellschafter, also die Besitzer, Christina Schaller-Maier ( ehemalige Schauspielerin ), Judith Angerbauer ( Drehbuchschreiberin / Regisseurin ) und Nicolaus Driessen und die drei bekannten Betreiber sind hier nur die Geschäftsführer dazu. Dann gibt es noch die Cafefirma, die Philipp Reichelt und Nicolaus Driessen führen, hier geht es vor allem um Kaffeevertreib.

    • Anna sagt:

      Hallo Anne,
      ich bin eigentlich sehr großer Fan von Bizim Kiez. War von diesem Text aber enttäuscht – ich finde ihn stark in eine Richtung argumentierend. Aber lesen lohnt sich auf jeden Fall!
      Liebe Grüße

  9. anne sagt:

    Hier ist eine Faktenbeschreibung – Eine Nachbarschaftliche Position – De Bericht ist doch sehr pro Betreiber!
    https://www.bizim-kiez.de/blog/2019/03/19/die-markhalle-neun-konflikt-mit-der-nachbarschaft-und-ein-versuch-zu-einer-neuorientierung/#comment-16610

  10. Mario sagt:

    Eine Situationsbeschreibung, bitte auch gerne mehr Lösungen aufzeigen.

    Ich denke auch, dass die Martkhalle eher etwas für Gutverdienende bzw. ein bestimmtes Klientel ist. Wenn man durchläuft, gibt es doch ein arg homogenes Völkchen.

    Vielleicht hift es auch mal, wenn Händler mal ihre Preisstruktur aufzeigen. Letztens Tomaten für fast 7 Euro das Kilo gesehen.

    • Anna sagt:

      Hallo Mario,
      stimmt, hier erst mal nur eine Situationsbeschreibung. Ob ich die richtige bin, für diesen Fall Lösungen zu generieren weiß ich nicht, ich denke mal darüber nach. Spannend wäre es, ggf. habe ich aber nicht genug Insights.
      Markthalle ist tendenziell eher hochpreisig, das ist unstrittig. Das Angebot für Geringverdienende auszubauen wäre definitiv eine ganz tolle Sache. Ein paar Stände haben da durchaus schon vorgelegt – auf dass weitere folgen und mehr Aktionen und Räume für alle geschaffen werden.
      Ich glaube im Moment muss man aufpassen, dass sich die verhärteten Fronten überhaupt noch treffen können. Es findet ja gar kein echter Dialog mehr statt. Das ist schade, da sollten alle ein anderes Interesse haben.
      Die Idee, Preisstrukturen aufzuzeigen finde ich total klasse!! Wurde das (in angemessenem Tonfall), der Halle mal vorgeschlagen, weißt du das?
      Tomaten gehören nicht in den März / April… sollte man jetzt eh einfach nicht kaufen. 7 Euro / Kilo ist viel, das stimmt.
      Liebe Grüße

  11. ox sagt:

    Mann, was für ein Blödsinn. Hört auf mit dem Gerede, das Ökogemüse wäre teuer. Es muss nicht teuer sein – seine Produktion ist eben nachhaltig, in allen Sinnen. Das Problem in BB sind, z.B., die enorm gestiegene Bodenpreise, in die Höhe getrieben durch a) falsche Poitik: Förderung des Maisanbaus, b) hoch-profitable Fleischproduktion.
    Die Situation ist mit überteurten Preisen am Konsumentenende einfach nicht zu regeln. Was man braucht ist eine radkale Änderung der Essgewöhnheiten der Bevölkerung und eine kluge Förderpolitik.

    Markthalle9, der Fleischtempel, dürfte das Wort „Öko“ eigentlich nicht in Mund nehmen. Es ist nur ein Riesendelikatessenladen – wenn Qualität öfters durch Quantität ersetzt wird, imho. „Ernährungswende“ und die Köpfe der „glücklichen Kühe“ gehören auf einen Blatt nur als Antagonismen. Komisch, dass diejenigen, die sich angeblich so viel um die Umwelt bemühen, es noch nicht wissen – auch wenn es inzwischen fast jedes Kind kennt.

    • Anna sagt:

      Hallo ox,
      Können wir uns auf einen freundlicheren Umgangston einigen? Der Einstieg „Mann, was für ein Blödsinn“ fühlt sich nicht besonders konstruktiv an. Bin übrigens weiblich.
      Zur Sache: Niemand sagt, dass die Lösung für die verschiedenen Probleme hochpreisige Artikel sind, oder? Wenn doch, wer hat das wo gesagt?
      Politisch läuft extrem viel falsch. Sowohl was Landwirtschaft angeht, als auch was soziale Fragen angeht. Ich glaube, da würden die Markthallenleute und die Gegner sich sogar auf einen Konsens einigen können. Kann das sein? Ich gehöre beiden Seiten nicht richtig an, ich versuche die Situation hier einzuschätzen und zu schauen, wie die verschiedenen Fronten denken und wo Knackpunkte liegen. Weil ich den Kiez liebe, in dem ich wohne, weil ich SO36 und Co liebe und weil ich sehr gerne in der Halle einkaufe und ganz viel von der Arbeit, die die Frauen und Männer dort machen als sehr sinnvoll einschätze.
      Die Halle ist kein Fleischtempel (auch schon wieder so ein Wort, das polarisieren soll. Damit kommen wir aber nicht weiter, oder?). Ich bin selber Veggie und frequentiere eher die Tofu Tussis. Wie cool übrigens – eine Tofurei mitten in Kreuzberg, finde ich.
      Ja, ich glaube auch, dass an manchen Punkte die Preise zu hoch sind und ich glaube auch, dass das Angebot hier breiter sein sollte und ausgebaut werden muss.
      Das Ende deines Kommentars verstehe ich nicht. Kannst du mir das erläutern? Was wissen die „Ökos“ nicht, das jedes Kind weiß? Danke.
      Viel Grüße

      • ox sagt:

        Verstehe, Anna!
        du hast bestimmt auch schwarze und türkische Freunde, deswegen auch sonst voll PC. Die hypokritischen Sprachpattern sind kaum erkennbar. Eine Tofurei mitten in Berlin ist mega cool und auch noch eine Craft Beer Brauerei dazu. So revolutionär und novel, gibts wahrscheinlich inzwischen sogar in Pyongyang. In Berlin benötigt es allerdings massiver staatlichen Subventionen. Ein Alleinstellungsmerkmal – und def ein Grund um stolz zu sein! Und sonst auch sehr sweet. Braves Mädchen, Annilein, mag ihre Leckerli aus der Markthalle.

        • Anna sagt:

          Wow, mischt du da viele Themen in ein paar Sätze. So kann man keinen sinnvollen Dialog führen. Ich finde deine Art unverschämt und bin zu einem Gespräch auf so einer Ebene nicht bereit.

          • Anwohner M 9 sagt:

            Super, endlich ist Ruhe von Dir. Ich finde Deine Darstellungen ohnehin sehr einseitig und bin ziemlich sicher, Du gehörst zur Markthalle Neun. Die „Diskussionen“ die es dort gab sind übrigens ein großer Fake, das „Protokoll“ dazu gab hinterher nur die Meinung der Markthalle Neun wieder – für so etwas gibt es einfaches Wort: BETRUG

            • Anna sagt:

              Ich habe nichts mit der Halle zu tun, außer dass ich da gerne einkaufen gehe. Deine ganze Art und Weise zeigt mir, dass du zu überhaupt keiner Diskussion bereit bist, auch nicht zu einem ernsthaften Austausch. Du hast deine Meinung und die ist in Stein gemeißelt. Das ist schade, aber das werde ich in einem Kommentarfeld wohl eher nicht aufbrechen 😉

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