In Berlin war Fashion Week

Alle halbe Jahre sieht man auffallend schicke und schöne Menschen durch die Stadt flanieren, es fahren mehr Taxen durch die Gegend und es liegt ein leichter Hauch von Fashion in der Luft. Fashion Week! So habe ich mir meine Kamera, Stift und Block eingepackt und bin zum Postbahnhof gefahren. Dort waren wieder die Ethical Fashion Show und der Green Showroom zu finden.

Was gibt es wohl Neues in der Modewelt? Ich stelle euch meine Highlights in alphabetischer Reihenfolge vor 🙂

AmazonaSecrets

Ich bin gar nicht so der Schmuck-Typ, die Stücke von AmazonaSecrets haben mir aber sehr gut gefallen. Das verarbeitete Gold wird nachhaltig gewonnen und unter hohen sozialen und ökologischen Standards weiterverarbeitet. Jedem Schmuckstück liegt ein Stück aus der Natur zugrunde. Blätter, Nüsse, Beeren, Kaffeebohnen, Chilischoten… alles wird zu Schmuck verarbeitet. Sieht hübsch aus und fasst sich gut an. Das Chilischoten-Armband muss ich mir vielleicht irgendwann mal gönnen. Hier geht es direkt zur Website.

Armed Angels

Das faire Bio-Label haben wir vor einiger Zeit schon mal vorgestellt. Auf dieser Infografik kann man die Grundsätze gut erkennen und verstehen:

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Armed Angels hatte einen sehr hübschen Stand und viele neue potenzielle Lieblingsteile im Sortiment. Die T-Shirt-Drucke finde ich meistens nicht ganz so toll, die unbedruckten Teile gefallen mir aber umso besser. Die Kollektionen sind mittlerweile ziemlich umfangreich und für fast jeden Geschmack ist was dabei. Hier geht es zur Website. Hanna war so nett, ihr aktuelles Lieblingsteil zu zeigen:

Format

Format machen herrlich minimalistische, aber immer raffinierte Mode. Alle Produkte erfüllen hohe ökologische und ethische Standards, die Baumwolle ist GOTS-zertifiziert. Alle Teile werden in Berlin und Szczecin (Polen) gefertigt. Durch die Schlichtheit der Schnitte und die unkomplizierte Farbgebung ist die Mode nicht an Saisons gebunden und die Stücke bleiben in der Regel länger im Sortiment. Manche Teile werden dann aber nicht mehr nachproduziert und es kommen neue Schnitte dazu. Format entzieht sich somit dem schnelllebigen Mode-Business und setzt auf Langlebigkeit. Hier geht es zur Website. Anja ist derzeit besonders in dieses feine, schwarze Shirt verliebt:

Good Society

Jeans sind ein leidiges Thema für mich – meistens passe ich nicht rein. Das muss ich bei Good Society noch testen, aber die Geschichte des Unternehmens, sowie die gezeigten Hosen, gefallen mir schon mal sehr gut. Die verwendete Baumwolle ist komplett GOTS-zertifiziert und frei von pestizid-intensiven oder genetisch modifizierten Baumwollerträgen. Gesundheit von Umwelt und Mensch stehen an oberster Stelle. Die Weiterverarbeitung findet komplett in Italien statt. Da dort alle Partnerbetriebe sitzen, sind die Transportwege kurz. Alle eingesetzten Materialien sind vegan und die Knöpfe, Labels, Etiketten und Co außerdem aus recycelten Materialien. Das ausgestoßene CO2 wird komplett über Treedom neutralisiert. Hier geht es zur Website. Und, wie gefällt euch die Jeans von Tanya?

HempAge

Bei HempAge gibt es schlichte Basics, die aus Hanffasern bestehen und auch für einen weniger prall gefüllten Geldbeutel noch erschwinglich sind. Hanf ist etwas schwerer zu verarbeiten als  Baumwolle, hat aber eine deutlich bessere Ökobilanz. So benötigt die Pflanze weder Pestizide noch Herbizide, sie ist eigenverträglich, lockert als Tiefwurzler den Boden auf und muss in unseren Breiten nicht einmal bewässert werden. HempAge produziert unter den Fair Wear Foundation Richtlinien. Die Stoffe fassen sich übrigens total toll an. Nicht so störrisch, wie ich es sonst von Hanf-Kleidung kenne.

John W. Shoes + Jonny’s Shoes vegan

Das Unternehmen John W. Shoes gibt es bereits seit 1608 – und seit ca. 20 Jahren werden die Schuhe ökologisch und sozial hergestellt. Die verwendeten Leder werden alle pflanzlich gegerbt, alle anderen Materialien sind ebenfalls natürlich. Auch die Verpackungen sind aus nachwachsenden Rohstoffen und abbaubar. Wichtig sind dem Unternehmen auch faire Arbeitsbedingungen an allen Orten der Produktionskette und kurze Wege – so werden alle Schuhe ausschließlich in Europa hergestellt. Seit einiger Zeit gibt es auch eine vegane Kollektion, die mir auch gut gefallen hat. Hier geht es zur Website und Detmar-Johannes zeigt uns noch seinen aktuellen Lieblingsschuh:

Lebenskleidung

Lebenskleidung beobachte ich schon lange und ich schätze dieses Unternehmen wirklich sehr. Hier bekommt man nachhaltige, ökologische, faire und garantiert transparent produzierte Stoffe. Von simplen Alltagsstoffen zu bunten Mustern oder Extravaganterem: da ist für jede gute Idee was dabei. Auch ist es immer wieder schön zu sehen, mit wie viel Freude die Macher zu Werke gehen und so sehr an ihr Produkt glauben. Hier geht es zur Website. Schaut mal, wie sie strahlen.

Lovjoi

Lovjoi wird von drei selbst ernannten „greensmoothiesüchtigen Workaholics“ aus Süddeutschland betrieben, die Nachhaltigkeit leben und lieben. Um Fairness und Transparenz vom Entwurf bis in den Kleiderschrank zu gewährleisten, wird komplett in Deutschland produziert und entwickelt. Die Designer und die Näherin werden auf jedem Etikett genannt. Die verwendeten Materialien sind alle bio und GOTS zertifiziert. Auffallend frische Designs, ich würde fast alles sofort tragen. Hier geht es zur Website. Frederike zeigt ihr absolutes Lieblingsstück:

Márcia De Carvalho

Kennt ihr es nicht alle? Auch wenn man sich sicher ist, die Socken gebündelt in die Waschmaschine zu tun, sammeln sich immer wieder einzelne Socken an zu denen ihr Pendant nie wieder auftaucht. Genau diese verwitweten Socken sammelt Márcia, um aus ihnen neue Garne und wieder Socken (oder andere Strickprodukte) herzustellen. Sieht gut aus, jedes Stück ist ein Unikat und endlich kümmert sich jemand um die einzelnen Socken. Hier geht es zur Website, die leider komplett auf Französisch und damit für mich unverständlich ist. In diese Babysocke sind Márcia und ich gleichermaßen verliebt:

PÄÄLÄ

Klingt erst mal Skandinavisch, kommt aber aus Amsterdam: Päälä. Eigentlich finde ich, dass die Zeit der bedruckten T-Shirts etwas over ist, hier findet man aber durchaus richtig schöne Designs. Und auch die Schnitte können einiges, es wird nicht einfach nur auf fertige Rohware gedruckt. Neben GOTS zertifizierter Baumwolle werden auch Tencel Lyocell, Lenzing Modal Viscose und nachhaltige Bambus Viskose vernäht. Alles Fair Wear Foundation zertifiziert. Die Designs werden in Amsterdam mit Bio-Farben auf die Shirts gedruckt. Hier geht es zur Website.

RCM

Kommen wir nun zum krönenden Abschluss und meiner größten Neuentdeckung der Messe. RCM steht für „Roots Cultural Movement“ und ist mir direkt ins Auge gestochen. Man merkt den Streetwear- und Skate-Background der Macher, aber ohne zu jugendlich oder verspielt daher zu kommen. Alle Teile haben einen großen Hanf-Anteil, gemischt mit Bio-Baumwolle. Die verwendeten Materialien sind GOTS-zertifiziert und die Macher achten darauf, dass sie immer genau wissen, wo was her kommt und dass soziale und ökologische Standards gewährleistet sind. Hier geht es zur Website. Dieser Pulli ist Saijas aktuelles Lieblingsteil:

Ganz schön viele Highlights. Ich freue mich schon darauf, mir einige andere Marken  noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen und das ein oder andere Stück auf Tragbarkeit zu testen. Und dann ist ja bald auch schon die nächste Fashion Week…

 

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