Harte Kost – eine Buchrezension

Ein Buch auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt

Outdoor Signage that says "Eat Real Food"

Viele von euch kennen gewiss den Film »Taste the Waste« und das dazugehörige Buch »Die Essensvernichter«. Diese wirklich sehens-und lesenswerten Werke sind in Zusammenarbeit von Filmemacher Valentin Thurn und Journalist Stefan Kreutzberger entstanden. Letztes Jahr kam das neue Buch in die Buchläden: »Harte Kost« Wie unser Essen produziert wird – Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt. Der dazugehörige Film wird »10 000 000 000« (10 Milliarden) heißen und kommt im Frühjahr diesen Jahres in die Kinos.

Lohnt sich das Buch?

Unbedingt! Die Struktur macht einem das Lesen ganz leicht, es kam mir gar nicht so sehr vor, als würde ich einen wissenschaftlichen Schinken wälzen. Valentin und Stefan (ich duze euch einfach mal, Männer!) wechseln sich nämlich ab. Valentin erzählt in leichtem Ton von den Dreharbeiten und Gesprächen, die er geführt hat. Zwischendurch steigt Stefan dann immer mal ein und unterfüttert das Ganze mit Fakten und Zahlen.

Die Männer waren in der ganzen Welt unterwegs und haben industrielle Landwirtschaft mit bäuerlicher verglichen. Sie haben mit Nahrungsmittelspekulanten und Landgrabbern gesprochen, und auch mit Menschen, denen Land genommen wurde. Sie waren in Tierfabriken und Insektenfarmen. Besonders im Gedächtnis ist mir das Rote-Ameisen-Eier-Omelett geblieben. Klingt spontan erst mal nicht so lecker, aber vielleicht ist es das Ding der Zukunft? Sie haben Pflanzenfabriken unter die Lupe genommen und urbane Gärten ausgecheckt. Sie erklären, welche Firmen Hybrid-Saatgut verkaufen (wusstet ihr, dass Bayer da ganz große Anteile hat?) und was das für Auswirkungen auf die Bauern hat. Sie erklären, warum Monokulturen keine gute Idee sind und warum man auf Biosprit besser verzichtet. Sie nehmen sich der Überfischung der Meere an und suchen nach Lösungen. Jeder Satz in dem Buch lohnt sich. Vieles wusste ich so noch nicht, anderes habe ich gerne noch mal gelesen. Einige Passagen musste ich erst mal verdauen, nach-recherchieren und mit meinem Freund darüber sprechen, bevor ich weiterlesen wollte. Schön ist, dass das Buch sehr sachlich ist. Ich hatte nie das Gefühl des erhobenen Zeigefingers.

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Am Ende bleibt bei mir aber das Gefühl, dass es schaffbar ist, alle Menschen zu ernähren und der Erde mehr Gleichgewicht zu geben. Ob das wirklich klappen wird, liegt natürlich auch an uns. Was und wie viel wir konsumieren, wofür wir auf die Straße gehen, wen wir wählen. Jeder kleine Schritt zählt und ist besser als keiner. Ich habe für mich ein paar Hausaufgaben mit aus dem Buch genommen, wie ich ein paar Dinge noch besser machen kann. Das wichtigste ist wohl, noch genauer hinzuschauen, was hinter all den Produkten steckt, die ich so kaufe. Und mich mit alternativer Medizin zu beschäftigen, um ohne Aspirin und Co klar zu kommen.

Freunde, nichts wie los zum Lieblings-Buchladen (Kreuzbergern lege ich das Leseglück ans Herz) und das Buch bestellt! Das Buch ist übrigens auf Umweltpapier und in Deutschland gedruckt worden. So soll es sein. Wer lieber Online bestellt, kann dies beispielsweise bei Fairbuch tun.

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