Esst weniger Fleisch! Esst gutes Fleisch!

Das Thema Fleisch, bzw. Fleischkonsum ist ein sehr vielschichtiges und oft hochemotionales Thema. Wir müssen da trotzdem mal ran.

Ich blende hier die emphatische Ebene, das „Tiere sind Freunde und kein Essen“-Thema mal aus. Das ist zwar auch ein wichtiger Punkt, aber ich möchte heute über die ökologischen Aspekte des Fleischessens schreiben. Veganismus halte ich übrigens nicht für die Allheilbringende Lösung, aber das ist eine andere Geschichte.

Ernährung der Tiere

Die Herstellung von Fleisch ist sehr aufwändig und verbraucht viele Ressourcen. Die Tiere müssen irgendwo stehen – bestenfalls mit großen Weideflächen – und eine Menge essen und trinken. Das heißt, dass die Viehhaltung eine beachtliche Menge Wasser aus dem System zieht. Das ist in unseren Breitengraden gar nicht so schlimm, wir haben den Luxus einer tollen Trinkwasserversorgung. Sogar im letzten, extrem heißen Sommer konnten wir jederzeit den Wasserhahn aufdrehen. In anderen Gegenden sieht das anders aus. Wir sollten nicht vergessen, dass Futtermittel zu großen Teilen importiert werden. Wir tragen mit unserem Fleisch-Konsum  also durchaus auch zur Wasserknappheit in anderen Ländern bei. Außerdem fressen Tiere ganz schön viel. Ein Rind braucht beispielsweise täglich zwischen 16 und 20 Kilo Futter. Dieses Futter muss auch produziert werden. Die Viehhaltung hat einen großen Anteil an all den Monokulturen, die unsere Landschaft mittlerweile bestimmen. Weltweit werden übrigens 80% der landwirtschaftlichen Flächen für Futtermittel- und Viehproduktion genutzt. Achtzig Prozent. Das ist doch absurd!


Mit Gemüse kann man soooo viel machen. Traut euch ran, das ist auch gar nicht so schwer. Vegetarische Blogs wie Krautkopf helfen dabei.

CO2-Bilanz

Die CO2-Bilanz von Fleisch ist keine gute. Im Gegenteil, Fleisch steht sogar auf Platz drei der weltweit größten CO2-Verursacher. Pro Kilo Rindfleisch werden umgerechnet 13,3 Kilo CO2 freigesetzt. Ein Kilo Äpfel verursacht im Vergleich nur etwa 0,5 Kilo CO2. Das liegt einerseits an dem Methan, das die Mägen freisetzen, als auch an der Erzeugung der großen Menge an Futtermitteln und Transportwegen und dem Einsatz von Chemie und Düngemitteln. In den Düngemitteln ist oft Lachgas enthalten und das ist etwa 300 mal so schädlich wie CO2. Warum es überhaupt erlaubt ist, das einzusetzen, verstehe ich beim besten Willen nicht.


Da werden die Tiere gut behandelt: Auf dem Hutzelberghof.

Massentierhaltungs-Fleisch vs. Bio-Fleisch

Fleisch ist, auch wenn es so fair wie irgendwie möglich produziert wurde, eine CO2-Schleuder. Immerhin der Einsatz von Chemie- und Düngemitteln ist im Bio-Landbau deutlich geringer. Hier wird auch auf Futtermittel und ihre Herkunft geachtet. Das führt an manchen Stellen auch zu Absurditäten. So kann ein Wildschwein, das in einem Draußen-Gehege mit Bäumen steht und Eicheln isst zum Beispiel nicht bio-zertifiziert werden, weil die Eicheln nicht bio-zertifiziert sind. Dabei ist das oft noch viel besser und nachhaltiger als ein bio-zertifiziertes Tier. Genaues Hinsehen lohnt sich beim Fleisch ganz besonders. Fragt nach, wo das Fleisch herkommt und zieht entsprechende Konsequenzen. Das finde ich bei der Metzgerei Kumpel & Keule zum Beispiel toll – die können zu jedem Stück Fleisch, das sie anbieten, eine Geschichte erzählen. Wenn Fleisch, dann so!

Reduziert den Konsum von Fleisch doch erst mal

Viele Menschen haben wahnsinnige Angst vor dem Verbot von Fleisch. Der Aufschrei, als die Grünen die Idee des Kantinen-Veggie-Day geäußert haben war laut. Ich glaube an manchen Stellen wirklich, dass wir Verbote brauchen, weil die Menschen es mit dem reinen Verstand offenbar nicht hinbekommen, ihr Verhalten zu ändern. Aber fangt doch mal an, esst zumindest weniger Fleisch und schaut euch genauer an, was ihr für Fleisch esst. Regionales, fair hergestelltes Fleisch hat seinen Preis. Isst man es dafür nur noch halb so oft, kann man es auch bezahlen. Damit verbessert ihr euren ökologischen Fußabdruck schon ungemein. Ich selber esse sehr selten Fleisch und schaue dann genau hin. Ich kann mit absoluter Überzeugung sagen: Wenn alle so Fleisch essen würden wie ich, würde es keine Massentierhaltung geben.

Quellen:
Greenpeace
Süddeutsche Zeitung
WWF
Kumpel & Keule-Interview, das ich mal für den Re-Blog geführt habe

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