Gut Essen mit Krautkopf – ein Interview

Susann und Yannic machen einen meiner absoluten Lieblings-Blogs. Ich liebe (gutes) Essen und ich liebe gute Fotografie. Da kann man um die beiden gar nicht herumkommen. Susann und Yannic sind seit 2006 ein Paar und bloggen unter dem Namen Kraufkopf alles, was so in ihrer Küche vor sich geht. Schon oft haben ihre Rezepte mich inspiriert und die tollen Bilder lassen mir regelmäßig das Wasser im Munde zusammenlaufen. Einer meiner absoluten Favoriten ist das Zwiebelchutney.

Schon vor einiger Zeit hörte ich es munkeln: die beiden arbeiten an einem Kochbuch. Letzte Woche habe ich es endlich in die Hand bekommen und mochte es sofort. Natürlich sieht es gut aus – alles bei Krautkopf sieht gut aus. Und die Rezepte, die ich mir bislang angesehen habe, machen total Lust direkt in die Küche zu gehen und eine Menge Gemüse zu verarbeiten. Ich habe mich mit Susann und Yannic getroffen und habe sie ein bisschen zu ihrem Buch, der Fotografie und ihren Ansichten befragt…

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Schön, dass ihr mir Rede und Antwort stehen wollt. Erzählt doch mal eben, wie ihr überhaupt an Fotografie und zur Food-Fotografie gekommen seid.
Susann: Fotografie war schon in unserer Jugend die Ausdrucksform für uns beide. Darüber haben wir uns auch kennen gelernt. Wir haben beide eine Fotografie-Ausbildung gemacht und viel Industrie-und Werbe-Fotografie gemacht. Nach und nach kamen bei Yannic dann auch Hochzeiten dazu.
Yannic: Genau, und damit haben wir uns dann selbstständig gemacht. Das ist auch nach wie vor unser Hauptgeschäft. Wir reisen durch die ganze Republik und auch deutlich weiter, um Hochzeiten aller Art zu fotografieren.
Susann: Und wir essen beide sehr gerne und gesund. Die Leidenschaft zu kochen haben wir schon lange, und so war es naheliegend, das Ganze auch mal zu fotografieren. So ist der Blog entstanden.

Seid ihr Vegetarier, Veganer oder dergleichen?
Yannic: Wir essen beide kein Fleisch oder Fisch. Ich habe schon als Kleinkind beides ausgespuckt. Wir stehen einfach nicht auf die Textur und den Geschmack von Fleisch. Deshalb geht es bei unseren Rezepten auch nicht darum, Fleisch irgendwie zu ersetzen, sondern einfach darum, leckere und gesunde Mahlzeiten zu kreieren. Auch wenn wir uns nicht komplett vegan ernähren, versuchen wir, so oft es geht, auf tierische Produkte zu verzichten. Vieles lässt sich einfach durch pflanzliche Alternativen ersetzen. Sobald das nicht geht, ziehen wir biologische tierische Produkte immer den industriellen Ersatzprodukten vor.

Was ist die hohe Aufgabe beim Essen fotografieren? Da gibt es ja riesige Unterschiede. Bei manchen sieht alles zum Davonlaufen aus und bei euch will man sich immer am liebsten direkt an den Tisch setzen.
Susann: Uns ist ganz wichtig, dass wir alles, das wir fotografiert haben, noch essen wollen. Also wir machen nicht mit irgendwelchen Lacken und Farben herum, sondern fotografieren es so, wie es nun mal aussieht.
Yannic: Das höchste der Gefühle ist, dass wir vielleicht mal etwas noch nicht ganz eingekocht haben, wenn wir es fotografieren, weil es dann einfach schöner aussieht. Aber selbst das kommt nicht oft vor. Beim Anrichten legen wir generell viel Wert auf Ästhetik, also auch, wenn wir ganz normal unser Mittagessen auftischen.

Habt ihr ein Lieblingsgemüse?
Yannic: Erbsen
Susann: Ach, ich mag das saisonale. Jetzt geht die Kürbiszeit los, aber es ist auch gut, wenn dann wieder eine andere Zeit losgeht. Jedes Gemüse hat etwas für sich.

Was macht ihr grade am Liebsten?
Beide, wie aus einem Mund: Fermentieren!
Yannic: Wir legen grade alles Mögliche ein und erschaffen so eine Menge Zutaten, die wir in den Wintermonaten gut gebrauchen können. Besonders viel Spaß haben die Einlegegurken gemacht, die wir auf unserem Balkon gezüchtet und nun fermentiert haben. Komplett DIY.

Geht ihr auch manchmal Essen, oder macht ihr echt alles selber?
Yannic: Doch, grade in den hochzeitsreichen Zeiten ist das unser totaler Luxus!

Welche sind eure Lieblings-Restaurants?
Chen Che
YamYam
BOSCO

The Bowl

Wovon träumt ihr, in Hinblick auf das Kochen?
Yannic: Ich würde gerne meinen eigenen vegetarischen Burgerladen aufmachen. Allerdings eher um immer wieder neue und abwechslungsreiche Burger zu kreieren und sie dann auch selbst dort zu essen. Jeden Tag in meinem Restaurant in der Küche stehen wäre aber glaube ich gar nicht so meines. Deshalb wird es auch nur ein Traum oder Gedanke bleiben.

Gebt ihr eigentlich auch Kochkurse?
Susann: Richtige Kurse nicht, nein. Wir haben schon ein paar Dinnerabende veranstaltet, aber auf Kochkurse stehen wir nicht so richtig. Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, da ist so was natürlich eh unpraktisch. Außerdem finde ich es gut, wenn die Menschen selber ganz viel ausprobieren und nicht nur versuchen, etwas nachzumachen. Unsere Rezepte sind ja auch eher als eine Anregung gemeint, als dass wir finden, man müsse sie alle ganz genau so nachkochen. Variationen machen das Kochen und das Essen doch erst spannend.

Gibt es eine gesellschaftliche Entwicklung, über die ihr euch freut?
Yannic: Dass das Bewusstsein für mehr Natürlichkeit, besseres und gesundes Essen wächst. Den Menschen wird die Herkunft ihres Essens – ob nun Veggie oder Fleisch – immer wichtiger. Hoffentlich ist das nicht nur ein Berlin-Trend grade, sondern wächst immer weiter.

Für wen würdet ihr gerne mal kochen?
Susann: Ich mag es, wenn überzeugte Fleischesser unser Essen zu sich nehmen und merken, dass ihnen gar nichts fehlt.
Yannic: Mir würden eher ein paar Köche einfallen, mit denen ich gerne mal zusammen kochen würde…

Wo kauft ihr ein?
Susann: Meistens auf dem Wochenmarkt. Da gibt es saisonale und frische Waren in guter Qualität. Wir können uns dort mit den Bauern austauschen. Alles weitere besorgen wir in Bioläden oder Supermärkten.
Yannic: Wir versuchen aber immer so viel wie möglich selbst zu machen. In unserem Blog gibt es extra die Kategorie Basics mit Rezepten für beispielsweise Soßen, Dips, Brühen, Gewürzmischungen und Nussmilch.

Danke euch beiden für eure Zeit!

Ich bin schon wieder ganz hungrig geworden beim Schreiben. Ich kann das Buch jedem, der gerne koch und isst, von ganzem Herzen empfehlen. Und für’s Erste gibt es auch auf dem Blog eine ganze Menge zu entdecken.

Guten!

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Comments

2 Responses to “Gut Essen mit Krautkopf – ein Interview”
  1. Susann sagt:

    Vielen Dank für das schöne Interview liebe Anna!! Es war ein wunderbarer Morgen mit dir 🙂 Bis ganz bald!

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