Warum ich mir Annalena Baerbock als Kanzlerin wünsche

Ich weiß, ich weiß, es ist reichlich unwahrscheinlich. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen… Dass ich Annalena Baerbock als Kanzlerin super fände, liegt nicht nur daran, dass ich die beiden anderen Kandidaten, Scholz und Laschet, als unterirdisch schlechte Besetzungen empfinde.

Mehr „eine von uns“ als Merkel und Co

Seit ich irgendwas von Politik mitbekomme, gab es nur drei Kanzler:innen. Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel. Also fast immer die CDU und zwischendurch mal der verrückte Schröder – ein alter, weißer Mann aus dem Bilderbuch. Von keinem der drei hatte ich jemals das Gefühl, dass sie meine Lebenswirklichkeit verstehen oder nachvollziehen können. Angela Merkel ist immerhin eine Frau, aber eine Konservative und kinderlos. Alt und reich.

Klimastreik am 24.09. in Berlin

Annalena Baerbock ist Mutter

Annalena Baerbock ist 40 Jahre alt, nur fünf Jahre älter als ich. Sie hat zwei Kinder, die noch klein sind. Sie hat natürlich mehr finanzielle Mittel als die meisten von uns, aber sie versteht trotzdem, was es heißt, in der heutigen Arbeitswelt als Frau mit kleinen Kindern durchzuhalten. Sie versteht, wie sehr man seine Kinder liebt und eine gute Schulbildung sowie eine liebevolle Kinderbetreuung für sie erwartet. Und wie viel ernster man die Klimakrise nimmt, wenn man sich diese kleinen Wesen anschaut, die noch gar nicht ahnen, was ihnen da wohl bevorsteht.

Annalena Baerbocks Auftritt bei Late Night Berlin fand ich auch super. Man merkt, dass sie Kinder ernst nimmt und weiß, wie man mit ihnen spricht. Außerdem hat sie, im Gegensatz zu gewissen anderen Kandidaten, das Format verstanden.

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Ich traue ihr das Amt zu

Ich habe durchaus hin und her überlegt: Traue ich ihr das Amt denn zu? Kann ich mir Annalena Baerbock neben Putin und Co vorstellen? Hat sie genug Erfahrung, um dieses komplexe Amt zu leiten? Hält sie dieses hohe Stresslevel durch? Je mehr Interviews ich mir anschaue, in denen sie befragt wird, desto mehr denke ich: Ja, das kann sie. Es ist so schade, dass sie durch diese dummen Quellenangaben-Fehler offenbar so viel Vertrauen eingebüßt hat. Das war gar nicht schlau – aber habt ihr mal geschaut, was Scholz und Laschet so auf dem Kerbholz haben? Ich halte Frau Baerbock für ehrlich und glaube ihr total, dass sie echt was verändern will. Scholz hat einfach Bock auf Macht und was Laschet sich vom Kanzler:innenamt verspricht, verstehe ich bis heute nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, er weiß es selber gar nicht so genau.

Foto: Katinka Schütt

So wie es ist, soll es nicht bleiben

Politik ist in den letzten Jahren sehr schwerfällig und zäh gewesen. Behäbig und „Dienst nach Vorschrift“. Aber wo ist denn der leidenschaftliche Kampf? Ich will, dass das Oberhaupt dieses Landes dafür brennt das Leben für die Menschen zu verbessern. Die Klimakatastrophe muss ernst genommen werden, Kinderarmut und Bildung müssen nach ganz oben auf die Liste. Wir müssen über Verteilung von Reichtum sprechen und wir müssen auch über Verkehr sprechen. Niemand will von heute auf morgen jemandem das Auto wegnehmen. Aber lasst uns doch mal ernsthaft ein paar Szenarien durchgehen. Da sehe ich unter Scholz und Laschet schwarz, was eine Bewegung bei diesen Themen angeht.

Politik für die jüngeren Generationen

Die CDU macht es sich seit jeher einfach: Sie machen Politik für ältere Menschen, die nun einmal das Groß der Wählerschaft ausmacht. Damit werden sie gewählt. Das sorgt aber a) zu einer Politikverdrossenheit unter Jüngeren, die sich nicht gehört fühlen und b) machen sie keine Politik für die Zukunft. Die Sorgen, Wünsche und Gedanken der Generationen U40 finden kein Gehör. Wenn man nach Alter gestaffelte Wahl-Hochrechnungen anschaut, sieht man ganz deutlich: Je älter, desto mehr CDU. Nicht einzusehen. Grade die Folgen vom Klimawandel werden die älteren Generationen einfach nicht mehr selbst erleben. Warum sie so egoistisch sind, das zu ignorieren, würde mich aber tatsächlich interessieren.

Foto: Katinka Schütt

Wer also noch überlegt, was sie oder er Sonntag wählen soll: Wie wäre es denn mal mit Grün? Oder mit Links, um einen starken Koalitionspartner zu haben – für Rot-Grün wird es wohl auch nicht reichen. Keine Partei ist perfekt, aber das ist wohl auch gar nicht möglich. Mit Annalena Baerbock und den Grünen sehe ich die größte Chance, dass sich wirklich mal etwas verändert. Los, überrascht mich! Ich will mein Glück nicht fassen können, wenn ich um 18 Uhr den Fernseher anstelle am Sonntag.

Mehr Infos zu Annalena Baerbock findet ihr zB auf ihrer Website.

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