Von Schädlingen, Nützlingen und Erfolgen

Wow, wenn ich mir die Gartenbilder meines meine ernte-Feldes vom Anfang der Saison ansehe bin ich richtig beeindruckt: Es ist schon so viel passiert! So viel wächst, gedeiht und beeindruckt mich mit seiner Schönheit. Allerdings gilt das mit dem Wachsen und Gedeihen leider auch für die Kartoffelkäfer. Ugh.

meine ernte

Schädlinge

Ih, pfui, bäh. Kartoffelkäfer haben unsere Kartoffelpflanzen besiedelt. Und zwar sowas von. Da hilft alles nichts: Handschuhe an und Käfer, Larven und Eier abgesammelt. Die Käfer sind eigentlich ganz hübsch, aber da kann keine Rücksicht drauf genommen werden. Die Käfer knabbern die Pflanzen kaputt und vermehren sich wahnsinnig schnell. Meine Tochter und ich sammeln die Viecher gewissenhaft ab und tun sie in ein Glas. Da sterben sie dann, aber sie haben in den Kartoffeln eben auch nichts zu suchen. Angeblich hilft es, starken Pfefferminztee auf die Blätter zu sprühen, ich bin gespannt ob ich einen Unterschied bemerken werde. Ein paar Bohnenpflanzen sind außerdem von Blattläusen besiedelt, ich hoffe auf eine Menge Marienkäfer, die sich dem annehmen. Außerdem haben Raupen den Kohl angenagt -das muss ich mal beobachten und mir ggf. auch etwas einfallen lassen.

meine_ernte_schaedlinge_collage

Nützlinge

Es ist klasse, wie gut meine Tochter jetzt mithelfen kann. Als wir vor zwei Jahren ein Beet hatten, musste ich mich vor Ort um sie UND um die Pflanzen kümmern, jetzt ist sie eine große Stütze. Nicht nur beim Kartoffelkäfersammeln ist sie fleißig, sondern auch beim säen, ernten, Unkraut jäten und hacken. Ein toller Nebeneffekt ist, dass sie mittlerweile richtig viel Gemüse isst. Zucchini zum Beispiel hat sie bislang immer verschmäht, aber wenn man sie aus dem eigenen Garten holen kann schmeckt sie eben doch. Hah. Weitere Nützlinge sind meine Gartenhandschuhe, kein Gartentag ohne!

meine ernte
Zucchini sollte man eigentlich früher ernten, manchmal wächst sie aber so schnell, dass ich das nicht schaffe. Mariniert und vom Grill schmeckt sie aber auch so noch wunderbar.

Eingegangen

Nicht alles klappt – teilweise liegt das an mangelnder Erfahrung und teilweise ist es auch einfach Pech (bzw. die Witterung, der Boden, die Vögel…). So passiert bei den Schwarzwurzeln zum Beispiel einfach gar nichts, da pflanze ich jetzt mal was anderes ein. Außerdem habe ich mich an einer Artischockenpflanze versucht, die macht aber einen sehr traurigen Eindruck und ich befürchte, dass die sich nicht mehr zum weiteren Wachsen durchringen wird.

Fette Beute

Der Großteil des Gemüses wächst aber wie wild und macht so viel Spaß. Wir haben eine regelrechte Epidemie an Zucchini. Kennt jemand ein gutes Rezept zum Fermentieren? Ich wäre dankbar. Die Kürbisblüten sehen toll aus, da wird definitiv auch was draus werden. Wir haben schon eine Menge Zuckerschoten gegessen und die Mohrrüben sind besonders aromatisch. Vor Mangold können wir uns ebenfalls kaum retten (wie schön) und die Rote Bete steht auch in den Startlöchern. Schon mehrfach aufgegessen und immer wieder nachgepflanzt sind Salat und Radieschen, die gehen einfach immer.

meine_ernte_mangold

Herrlich, wir genießen das Gartenjahr bislang in vollen Zügen. Ich kann ein meine ernte-Feld allen Stadtmenschen mit und ohne Kindern nur ans Herz legen – es tut so gut, mal rauszukommen und abzuschalten. Man lernt eine Menge und hat mehr Erfolgserlebnisse als Tiefschläge. Wer Lust hat, kann sich jetzt schon für die kommende Saison unverbindlich vormerken lassen.

meine ernte

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über

Mom of 2, irgendwo zwischen Festival und Ökomarkt zu finden. Eiscremesüchtig. Meistens gut gelaunt, manchmal aber auch sehr wütend und voller Weltschmerz - und wer sein Chaos beherrscht, ist ja ein Genie, stimmt’s?

1 Kommentar zu “Von Schädlingen, Nützlingen und Erfolgen

  1. Ich hatte bisher jedes Jahr Kartoffelkäfer. Zuerst die überwinterten aus der eigenen Ernte. Und dann bei „günstigem“ Wind von Westen immer wieder phasenweise. Ich habe die Käfer und Larven täglich mindestens einmal abgesucht dieses Jahr und sie haben nicht so viel Schaden gemacht wie in anderen Jahren. Am Ende der Reihe hatte ich Backsteine liegen, auf denen ich die Käfer zertrete, und die Larven kommen einfach in Wasser mit Spülmittel. Gespritzt habe ich auch 1 – 2 mal mit Neem. Ob es hilft, kann ich nicht beurteilen, ich habe trotzdem abgesammelt. Der Nachteil ist natürlich, dass ich die Erde dadurch festtrete in den Reihen, durch die ich gehe.

    Müsste ich dann möglichst hohe Pflanzen dazwischensäen, damit sie abgelenkt werden? Phacelia und Senf werden ja ganz schön hoch. Tagetes soll gut sein für Kartoffeln, die mache ich immer drumherum, aber ich merke keinen Einfluss auf die Käfer… Was gibt es an einjährigen stark riechenden Pflanzen? Drachenkopf vielleicht, oder höhere Tagetes-Arten, Basilikum.

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