Social State of the Art: Photocircle

 

Mit der Kunst an der Wand hat mans nicht leicht.  Im Regal „Bezahlbar“ standen bisher zur Auswahl: Lichtenstein und Warhol Posterdrucke, Bauarbeiter machen Pause über New York, Pärchen küsst sich im Sonnenuntergang unter einem Wasserfall, im Hintergrund schimmert ein Einhorn. Die Zeiten sind zum Glück vorbei, die Demokratisierung der Produktionsmittel hat auch in der Fotografie für Umbrüche gesorgt.  Mit digitalem Geknipse, Vintage-Apps und Leinwandservices im Netz ist jeder schnell ein Künstler. Oder wird zum Kunstsammler.

Nun geht es in der Fotografie nicht immer fair zu. Motive, die in armen Regionen geschossen wurden, machen in der sogenannten 1. Welt Kasse, ohne dass die Protagonisten etwas davon haben. Um diese Schieflage zu beheben,  haben ein paar junge Leute in Berlin die Onlineplattform Photocircle gegründet. Hier bieten verschiedene Fotografen ihre Motive an und mit dem Kauf eines Fotos spendet man an ein soziales Projekt aus der Region.

 

So funktionierts:

Auf photocricle.com ein Motiv aussuchen.
Größe und Format wählen: Leinwand,  Alu Dibond oder hinter Acrylgas
Eins aus drei sozialen Projekten auswählen, das man mit dem Kauf unterstützen möchte
Bezahlen
Das Foto klimaneutral liefern lassen
Aufhängen
Fertig.

Als Projektpartner  sind die UNO-Flüchtlingshilfe, Plan International, die Schülerpaten Berlin und die Kulturloge Berlin an Bord. Von Patenschaften über Flyerdruck für Kulturprojekte, von Flüchtlingslageraufbau bis zum Bildungsprojekt ist einiges dabei. Falls es in der Region des Motivs noch kein Projekt gibt, gibt es Projekte aus Nachbarländern zu Auswahl. Der Betrag, der an das Projekt fließt, setzt sich zusammen aus 6% des Basispreises und dem Prozentsatz, wie viel der Fotograf bereit ist von dem Erlös abzugeben. Der Betrag wird beim Kauf genau angezeigt und fließt zu 100% in das Projekt.

Photocircle ist übrigens nicht teuerer als die rein kommerzielle Konkurrenz. Das liegt nach eigenen Angaben daran,
dass sie sich die Kohle für teure Marketingkampagnen sparen. Klingt einleuchtend. Hier könnt ihr schauen, ob ein Motiv für eure heimischen weißen Wände dabei ist.

 

Fotos: Rob van kessel, Jeff Sletzer, Rothammel, Christian Göran // alle von photocricle.net

 

Kategorien Fun Friday
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Im Gegensatz zu Kunst sollte Essen bodenständig sein. Ich bin für: Das große Ganze untersuchen // das Kleine bewundern // Entdeckungsreisen // Gute Laune // konkrete Pläne // abgefahrene Ideen // Fusion ohne Regen // Transparenz & Lobbycontrol// Arbeit, von der man leben kann. Überall auf der Welt // sich anmalen // vegi Ernährung (gelingt mir noch nicht immer) // Gui Boratto im Sonnenuntergang – ermöglicht durch eine Photovoltaik-Anlage // Sich reinhängen // Ökosoziale Marktwirtschaft versuchen // nicht mehr verbrauchen als einem zusteht // Einen Ort, an dem ich meinen Gedankenwust platzieren kann: Green Friday. Pop & Poesie gibt es hier: http://juliafriday.tumblr.com Bunte Bilder: http://pinterest.com/juliaschimanzky/

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