Braunkohle, ade!

Es gibt ein paar Dinge, die ich einfach nicht verstehe. Warum Leute Nazis werden zum Beispiel, und warum wir 2018 immer noch (und sogar vermehrt) auf die Straße gegen den braunen Mob gehen müssen. Auch braun und auf anderer Ebene gefährlich ist Braunkohle, bzw. die Energiegewinnung durch Braunkohle. Auch hier ist derzeit wieder mehr Aktivismus gefordert. Warum nur? Es müssten doch langsam selbst die dicksten Manager begriffen haben, dass Mutter Erde die Grundlage für alles ist und wir pfleglich mit ihr umgehen müssen, damit auch die Generationen nach uns noch eine Lebensgrundlage haben. Ein kurzes Sum-Up.

Braunkohle – was ist das überhaupt?

Braunkohle entstand vor einer langen Zeit, etwa vor 65 bis zwei Millionen Jahren. Die Masse besteht aus abgestorbenen, organischen Materialien, die durch geochemische Prozesse zu Braunkohle werden. Wer es noch genauer wissen will, schaut am besten mal auf wikipedia nach. Braunkohle wird abgebaut, um daraus Energie zu gewinnen. Wird die Kohle verbrannt, entsteht eine Menge Energie. Klingt erst mal ganz wunderbar.

Was ist problematisch an Braunkohle?

Das Verbrennen der Braunkohle ist extrem klimaschädlich. Der CO2-Ausstoß ist immens. Fast die Hälfte des gesamten CO2-Ausstoßes der BRD wird durch Braunkohle erzeugt. Fast die Hälfte! Lasst euch das mal durch den Kopf gehen. Fast. Die. Hälfte. Autofahren, Flugreisen und Massentierhaltung mit eingerechnet. Außerdem liegt Braunkohle nicht einfach herum, sondern muss abgebaut werden. Hierfür sind bereits riesige Waldflächen verschwunden. Dabei sind doch gerade Bäume wichtig, um die Klimabilanz zu verbessern. Darüberhinaus bilden Wälder Heimat und Schutzort für viele Pflanzen- und Tierarten. Ganz nebenbei werden auch Stoffe wie Schwefeloxid, Feinstaub, Quecksilber, Stickoxide und Arsen aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke geblasen. Diese Stoffe sind ganz und gar nicht gesund und werden von uns eingeatmet, geraten so in unseren Kreislauf und verstärken das Risiko von Krebs, Schlaganfällen, Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Wie kann es sein, dass das erlaubt ist?

Bei dieser Frage lande ich, wie so oft, an einer Systemkritik. Der Kapitalismus ist auf Wachstum und Profite aus, vor allem kurzfristiger Natur, denn so lange lebt ein Mensch ja nicht. Der Abbau von Braunkohle ist nach wie vor lukrativ und fährt den Verantwortlichen eine Menge Geld ein. Die Probleme sind bekannt, die Lobbys stark und die Politik mitunter schwach und nicht mutig – oder die Politiker hängen gar selbst mit drin.

Was passiert grade im Hambacher Forst?

In Deutschland im Moment hochaktuell: Die drohende, weitere Abholzung des Hambacher Forsts. Der Wald in NRW war mal viel größer, als er es noch ist, und nun droht er weiter und schlussendlich komplett plattgemacht zu werden – zugunsten von Braunkohle. Die ältesten Bäume in diesem Wald sind ca. 350 Jahre alt. Außerdem ist Waldfläche in NRW insgesamt eher rar. Die drohende Abholzung spricht auch klar gegen den ernsten Willen der Politik, die selbstgesteckten Klimaziele (40% weniger Emission) ernsthaft erreichen zu wollen. So ist es gut und wichtig, dass gerade so viel Protest stattfindet. Wer selbst aktiv werden möchte und immer auf dem Laufenden zu den Protesten sein möchte, schaut auf hamburgerforst.org!


Projekte wie das Bergwaldprojekt tragen maßgeblich zur Rettung und Pflege von Baumbeständen und Wäldern bei. Mitmachen kann übrigens Jeder. Mehr dazu findet ihr u.a. hier.

Was können wir tun?

Wählen gehen und das Kreuz bei Parteien machen, die sich ernsthaft für den Klimaschutz einsetzen ist ein kleiner, aber guter und sinnvoller Schritt. Wo möglich, bei Protestaktionen mitmachen. Wer also in NRW wohnt – ab mit euch in den Hambacher Wald! Und, ganz wichtig: Wechselt euren Stromanbieter, sofern ihr noch konventionellen Strom bezieht. Nur durch echten Ökostrom stellt ihr sicher, dass euer Geld bei erneuerbaren Energien landet. Leider gibt es da viele Blender. Auf oekostrom-anbieter.info könnt ihr u.a. erfahren, welche Anbieter wirklich 100% Ökostrom anbieten und unabhängig von konventionellen Konzernen arbeiten. Last but not least: Sprecht darüber. Lasst eure Arbeitskollegen, Kinder, Freunde und Familie wissen, was da passiert und nehmt sie an die Hand.

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