Auch Bier trinken ist politisch

Wer sich neulich gewundert hat, warum es in meinem Artikel über das Stadt Land Food Festival nur in einer Randnotiz um Bier ging: das liegt nur daran, dass Bier hier und heute einen ganz eigenen Artikel bekommt.

Bier-Liebe

Bier ist eines der einfachsten und herrlichsten Getränke überhaupt. Finde ich. Seit ein paar Jahren bekommt es auch in Deutschland mehr Aufmerksamkeit, bzw. eine andere Aufmerksamkeit. Es wird sich was getraut, es wird auch abseits von Pils, Hellem und Weizen etwas zugelassen. Eine Entwicklung, die in Deutschland viel länger gebraucht hat als in vielen anderen Ländern, in denen schon länger eine vielseitige Bierkultur herrscht.

Das machte sich übrigens auch auf dem Stadt Land Food Festival bemerkbar. Es gab einen großen, mit getrocknetem Hopfen geschmückten Stand, an dem es eine Menge verschiedener Biersorten zu bestellen gab. Von klassischem Pils über Sauerbiere bis hin zu kräftigen Ales und Porters blieb kaum ein Bierwunsch unerfüllt. Es sei denn, man steht auf Industrie-Plörre, aber wer danach suchte wurde von den umliegenden Spätis versorgt. Warum das Industriebier nicht so eine gute Idee ist, habe ich hier schon mal für euch zusammengefasst. Es gibt immer mehr Läden und Bars, die sich den besonderen, handwerklich gebrauten Bieren annehmen.

Warum handwerklich gebrautes Bier?

Eigentlich steht es da ja schon. Weil es nicht industriell, sondern handwerklich hergestellt wurde. Craft Beer ist kein geschützter Begriff, weshalb sich auch hier das genaue Hinsehen lohnt – Braufactum zum Beispiel gehört der Radeberger Gruppe, auch wenn es die Anmutung einer kleinen Brauerei hat. In der Regel entstehen handwerklich gebrauten Biere aber in unabhängigen Brauereien.

Deutsches Bier ist doch eh toll, wegen des Reinheitsgebotes

Naja. Das Reinheitsgebot wurde seinerzeit eigentlich als Brotschutzgesetz erlassen. Es sollte dazu dienen, dass noch genug Getreide für Brot übrig bleibt. Es behandelt also ein Problem, das wir so nicht mehr haben. Wenn Bier nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wird, bedeutet das nicht, dass es unrein ist. Es wurde aber beispielsweise mit Kräutern oder Früchten gebraut. Eine Umgehung des Reinheitsgebotes kann also durchaus für Vielfalt sorgen. Die allermeisten Craft Biere entstehen aber ganz nebenbei ohnehin nach dem Reinheitsgebot, das ist nämlich kein Hexenwerk.


Wer erkennt mein Daumen-Tattoo? Richtig: Eine Hopfen-Dolde! <3

Bier trinken ist politisch

Und all das macht auch den Genuss meines Lieblingsgetränkes zu Politik. Wen supporte ich mit meinem Kauf? Wie weit wurde das Bier transportiert? Steht ein Konzern dahinter? Tut euch, der Umwelt und den kleinen Brauereien etwas Gutes und schaut auch hier genau hin.

PS – das gilt auch für alle anderen Getränke… bei Bier sehe ich derzeit die größte Bewegung. Und ich trinke es besonders gerne.

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