Freitagskind: Jasmin Shakeri

jasmin shakeri

Jasmin Shakeri ist eine großartige Frau, Musikerin, Sängerin, Mensch. Und ganz wichtig: Songwriterin. Aus ihrer Feder stammen Songs für Peter Maffay, Howard Carpendale, Elif oder Max Mutzke. Jasmin und ich haben uns vor ein paar Jahren bei einem Interview kennen gelernt und laufen uns seitdem immer mal wieder auf irgendwelchen Events über den Weg. Jasmin ist – klingt komisch, ist aber so – eine meiner Lieblings-Facebook-Freunde. Weil sie ein Mensch mit viel Gefühl und vielen Gedanken und vielen Taten ist und das auch alles live, direkt und relativ ungefiltert in den Sozialen Netzwerken lebt. Keins ihrer Postings hat mich je gelangweilt und das will bei mir echt was heißen. Ich mag ihre unterhaltsamen Anekdoten und lustigen Fotos vom Tourleben mit den Orsons oder Studiosessions mit Bina oder Melbeatz. Und ich mag, dass sie sich nicht scheut Gedanken über alles Mögliche rauszuhauen und damit oft spannende Diskussionen auf ihrer Wall entfacht. Egal ob Ernährung, Tierrechte, die Situation im Nahen Osten, Freunde, iranische Neujahrstraditionen, Hilfsaktionen, Rassismus oder irgendwelche gesellschaftlichen Missstände: alles bekommt hier seinen Platz. Jasmin schreit auch mal Leute per Facebook an, sie sollen für Haiti spenden. Ich finde das super. Für mehr Emotion und Wut! Gegen Abgeklärtheit und Zynismus! Oder um es mit einem Jasmin-Zitat auszudrücken: „Ein kleines Kind oder ignorant, wenn man immer friedlich träumen kann“.

Und Menschen wie Jasmin, die das Leben feiern und genießen können, herzlich und lustig sind und sich trotzdem für den ganzen Mist, der auf dieser Welt passiert irgendwie mitverantwortlich fühlen und täglich neu erörtern, was sie selbst dagegen tun können, gehören definitiv auf Green Friday. Hier ein paar Fragen an unser Freitagskind der Woche: Jasmin Shakeri.

Du schreibst grad viel für andere Künstler. Wann hören wir neue eigene Songs von Dir?

 Irgendwann, wenn keiner mehr damit rechnet, bringe ich noch mal was raus. Zur Zeit genieße ich Musik machen wieder in der Ur-form. Ohne Erwartungen. Von keiner Seite.

Worauf achtest Du bei Dir?

Am meisten auf mein Gefühl. Meine Intuition. Die Dinge zu ändern, die ich an meinem Verhalten nicht mag, um mich überhaupt im Spiegel angucken zu können. Nichts von den anderen Dingen (wie auf Schuhe, Haare, Kosmetik zu achten) hat sich in den letzten Jahren als so effektiv erwiesen. Ich wär gerne manchmal etwas durchgestylter, aber das andere braucht schon soviel Zeit. (lacht)

Welche Entwicklungen regen Dich auf?

Es gibt viel Mediales, was mich auf die Palme bringt. TV-Formate. Print-Medien. Klar. Aber am Schlimmsten finde ich, dass wir uns machtlos fühlen. Als würde man uns ständig sagen: „Wir wissen, dass Du Dich von uns verarscht fühlst und du hast sogar recht damit, nur leider kannst du nichts dagegen tun, weil du keine Milliarden machst und nur das wirklich Einfluss hat“. Wir nehmen uns keine Wunder mehr vor. Wir denken nur noch selten groß. Visionäre gelten als Träumer und Pazifisten als naiv. Ich bewundere jeden zutiefst, der es trotzdem tut.

Welche Entwicklung freut Dich?

Jede positive Entwicklung. Vom Gesundheitszustand bis zum Fotoabzug.

Bestimmte Ernährungsentscheidungen?

Ich hab vor circa 6 Monaten entschieden, mich vegetarisch zu ernähren. Seitdem habe ich schon mal wieder irgendeinen Bio-Fisch gegessen und auch mal Sushi, aber allein dieser Vorsatz hat meinen Fleischverzehr um 90%! reduziert. Irgendwann ganz auf tierische Produkte zu verzichten, das waere für mich aus diversen Gründen erstrebenswert. Zu dem Thema sehr zu empfehlen: eine Doku namens „Forks over Knives/Gabeln statt Skalpell“. Must-See. Es wäre schön, wenn Nicht-Vegetarier sich erstmal in das Thema einlesen, bevor sie einen Veganer fälschlicherweise vor dessen nahrungsbedingtem Eiweißmangel bewahren wollen. Ich bewundere jeden Veganer und Vegetarier schon allein dafür, dass sie so unglaublich viel für unsere Umwelt tun. Das wissen viele gar nicht, was das bedeutet, wie viel Wasser die Fleischproduktion verbraucht etc. Sie sind Un-Hate-Bar. Und wer es doch tut und sie mit irgendwelchen Sprüchen wie „Ich gönn mit jetzt ein Steak, geh du mal Körner fressen“ zu demontieren versucht, ist in meinen Augen ein Asozialer.

Um meiner Gesundheit nicht zuviel Gutes zu tun…

geh ich auf Tour. Das ist die Hölle. Haha! Es kommt immer auf die Band an. Aber ich habe bisher noch nie ein ayurvedisches Reinigungsgefühl nach solchen Trips gehabt. Schlafmangel, Pre-Show Vorglühen, After-Show Party, Kaffee, Kippen, Catering. Aber die beste Zeit der Welt.

Deine Lieblingswebsites?

Ich bin absolut kein Internet-Surf-Nerd. Ich kenne keine Styler-Blogs und Hipster-Links. Leider. Würde ich gerne.  meine „Lieblings“-Seiten setzen sich aus den Seiten zusammen, die ich täglich (auch gerne leidenschaftslos) aus guten Gründen (auch Langeweile) aufrufe.

www.facebook.com/jasminshakeri

www.berlinersparkasse.de

www.sidereel.com

www.tagesschau.de

und ein paar Websites mit XXX in der URL.

Einer der tollsten Saetze, die je zu Dir gesagt wurden?

„Ich hab nachgedacht.“

Raven oder Shaken?

Früher hätte ich diese Frage ohne zu Zoegern mit „Shaken“ beantwortet. Und wenn ich sage „mit Shaken beantwortet“, dann mein ich das genauso wortlos (lacht). Heute ist mir irgendwie nicht mehr so nach meinen alten Monstee-Tanzmoves, es kriegt eher so eine Ausdruckstanz-Rave-Rausch-Qualitaet. Und ich hab mich immer gefragt, warum alle Mütter irgendwann so einen komisch verschnörkelten Tanzstil haben, nur um jetzt schon fast genauso zu tanzen. Vielleicht ist es einfach im Alter mehr ein Tanzen für sich selbst als für andere. Also Rave.

Mit wem würdest Du gerne einmal durch Berlin ziehen?

Jeder der mich gut kennt weiß, dass es da nur eine Antwort gibt. Mit Al Pacino zu Mustafas Gemüse Burger auf dem Mehringdamm. Die Schlange ist so lang, da hab ich genug Zeit, um seine gesamte Mimik zu studieren, alles über sein Leben zu erfahren und mich von ihm als Enkelin adoptieren zu lassen, da ich die Unterlagen schon parat habe. Er ist für mich der Boss. Ich kann jeden seiner Filme mitsprechen und hab alles über ihn gelesen. Aber es ist alles rein platonisch zwischen uns. Und nein: ich bin kein Psycho (lacht). 

 

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2 Responses to “Freitagskind: Jasmin Shakeri”
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