Warum Eco Fashion?

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Welche Sinn hat Mode? Ganz klar: Sex. Diese These vertritt zumindest Peter Ingwersen. Und wahrscheinlich hat er damit Recht. Irgendwie. Doch Ingwersen erkannte vor ein paar Jahren den Trend, dass immer mehr Menschen ihren Sexquotienten eigentlich ungern mit Klamotten steigern wollen, die in ihrer Herstellung Land und Leute abfucken. Einst Global Brand Manager bei Levi`s, machte er sich auf die Suche nach fairen, ökologisch verträglichen Rohstoffen und schicken Designs und gründete 2005 das Label „Noir“. Seine Kollektionen – elegant, rockig, kontrastreich und , ja, mit viel schwarz, trafen auf fruchtbaren Boden. Mittlerweile gilt er als Vorreiter einer neuen, nachhaltigeren Modebewegung und maßgeblich daran beteiligt die grüne Mode aus der Wollsocken-Ecke geholt zu haben. 
Eigentlich eine schöne Geschichte. Und auch dringend nötig.

Die Entwicklung der Textilindustrie und ihren Abgang nach Absurdistan ist glaube ich einfach an vielen Menschen schlicht vorbei gegangen. 
Laut Wikipedia sind in der deutschen Textilindustrie zwischen 1955 und 1980 etwa 400.000 Jobs in der Branche verloren gegangen.
 Ich weiß noch wie wir uns in der Grundschule total erstaunt die Etiketten unsere Turnschuhe vorlasen: Made in China, Made in Vietnam.
 Wir glaubten vorher fest daran, sie kämen aus Amerika und waren schlicht erschüttert. Und dabei wussten wir noch nicht einmal etwas über Sweatshops, Outsurcing, absurde Margen, Kinderarbeit oder sonstigen Globalisierungs-Auswüchsen.

Wir waren vielleicht auch noch ein bisschen zu klein dazu. Und die Großen damals?
 Wahrscheinlich hatten die westlichen Hipster und Opinion Leader der 80er und 90er einfach andere Probleme als sich mit Produktionsbedingungen, Hungerslöhnen und Bodenausbeutung in anderen Ländern zu beschäftigen. Die Welt wurde damals gerade zum hedonistischen Ego-Spielplatz, weg vom Hippie-Muff und hin zu Remmidemmi, da wurde schon jung schnelles Geld mit Börse, Werbung oder später diesem Internet verdient, da gabs auf einmal Game Boys und freitägliches Tittenfernsehen, Cocktails und Föhnfrisuren, Punkrock und Nato-Doppelbeschluss, Loveparade und Supermodels die angeblich unter 15.000 Dollar am Tag gar nicht aufstehen. Sogar Jägermeister warb in den 80ern mit einer kosmopolitischen Großstadtkulisse (what?), da wurden Mauern eingerissen und Tschernobyl verarbeitet, die „Spaßgesellschaft“ wurde ausgerufen, es wurde Popliteratur gelesen und auf Schlagermoves getanzt…. Kritiker motzen es würde sich „zu Tode amüsiert“, Grunge-Anhänger waren mit ihrer eigenen Traurigkeit beschäftigt, meine Güte, in den 80ern und 90ern war wohl einfach zu viel los für eine Ökomoderevolution. Und die, die das anders sahen gingen in den 3.Welt Laden und kauften kratzige Hanfsäcke als Körperumhang und waren damit zufrieden.

Doch einiges änderte sich, als das neue und vielbeschworene Millennium über die Erdkugel sauste. Die New Economy Blase war mittlerweile geplatzt, die Türme des Welthandelszentrums in New York zerstört und die Betty Ford Klinik ausgebucht.
 Party is over, tabula rasa. Was ist eigentlich los mit der Welt und was ist der Sinn des Lebens und was machen eigentlich die anderen Menschen? Große Existenzfragen poppten auf. Ulf Poschi ihm sein Buch über Coolness, das etwa ein Jahr vor dem 11. September erschien, interessierte irgendwie niemanden mehr.
 Dafür ging ein anderes Buch durch die Decke: Naomi Kleins „No Logo“, das 2001 in Deutschland erschien. In ihrem über 500-Seitigen Buch beschrieb  sie die Methoden der globalen Konzerne –auch der Textilindustrie – und berichtete von ihren Recherchen aus den Sweat Shops, in die Konzerne ihre Produktion in Niedriglohnsektoren auslagern, reichlich Gewinne machen aber die Verantwortung für die Geschehnisse in den Produktionsstätten weit von sich weisen können.
 Das Buch hielt sich monatelang in den Bestsellerlisten und verkaufte sich weltweit über eine Million mal. Es folgten Kampagnen, Zeitungsartikel weitere Bücher ,die viele Leute – unter anderem mich – sensibilisierten, z.B. Klaus Werner-Lobos „Schwarzbuch Markenfirmen“ oder Kirsten Broddes „Saubere Sachen“.  Ihre detaillierten und gut recherchierten Berichte über verbrecherische und mörderische Praktiken und moderne Sklavenarbeit in der Textilindustrie  können einem schonmal die Shoppinglust versauen.  Die Geschichten von Massensuizid indischer Farmer, Kinderarbeit auf Usbekischen Baumwollfarmen oder von  afrikanischen Kinder sich an Pestiziden vergiften lassen einen wütend zurück. Doch es geht nicht nur um arbeitsrechtliche Aspekte. In Zeiten des Klimawandels kommt zudem ein weiter Faktor hinzu, der die Menschen nach verantwortungsvoller Mode suchen lässt: Die Textilindustrie gehört zu den größten Ressourcenverschwendern und Umweltverschmutzern auf diesem Planeten. Die Trendfarbe der nächsten Saison kann man in Chinas Flüssen sehen ist ein Sprichwort und eine Jeans wird nicht nur lecker mit Chrom gebleicht, sondern verbraucht in ihrer Produktion auch noch bis zu 8.000 Liter Wasser. Uff.

 

Seit No-Logo hat sich einiges getan, das stimmt.  CSR Abteilungen wurden eingerichtet, jede Firma lässt sich irgendwo irgendwas zertifizieren und hat hier und da ein soziales Projekt… aber die Errungenschaften sind in der konventionellen Textilindustrie leider noch viel zu dünn. Qualitätsstandarts ihrer Ware können die Marken zwar kontrollieren, Umweltschutzbedingungen und Arbeitsrechte angeblich nicht. Dafür poppen in den letzten Jahren vermehrt Start-Ups aus dem Boden, die  korrekte oder zumindest korrektere Mode produzieren. Faire Arbeitsbedingungen, weniger Chemie, nachhaltige Rohstoffverwendung, weniger Umweltbelastung sind die Credos dieser „New Green Economy“. Sicherlich ist da ästhetisch gesehen auch Kram dabei, den ich nur zum Staubsaugen tragen würde. Aber eben auch viel geiler Scheiß.

Es gibt Streetwear von  Kuyichi oder Fairliebt, High Fashion von Edun, Stella McCartney oder eben Peter Ingwersens Noir bzw. Bllack Noir. Deutsche Labels wie Julia Starp oder Inka Koffke spielen vorne mit, vegane Schuhe wie Beyond Skin erobern den Mainstream. Man bekommt korrekte Sneakers von Veja, kann sich in Onlineshops wie Fair Queen oder Shops wie Glore oder Wertvoll ordentlich eindecken. Man kann schicke Eco Showrooms und grüne Modeschauen bestaunen, z.B. die Esthetica auf der London Fashion Week oder den GREEENshowroom auf dem Berliner Pedant. 
Die UK Vogue hat ihren eigenen Eco Blog undundund…. Es gibt einiges zu gucken auf der Ökomodesafari. Und ja, das Meiste ist teurer als die Klamotten der schwedischen Modekette. Aber was gibt man für die coolen Klamotten von Fred Perry oder Ben Shermann aus? Was zahlt man für Wood Wood oder Acne?  Richtig, mehr als bei Zara. Und nein, ich trage auch nicht ausschließlich Bio-Labels. Aber sie übernehmen immer mehr meinen Kleiderschrank und ich freu mich auf diesem Blog meine bunte Reise durch die Ökoecobioorganicvegnrecycledfashionworld zu dokumentieren.
Und nein, ich glaube auch nicht, dass man nur mit ein bisschen fairerem Konsum die Welt retten kann. Aber irgendwo muss man ja anfangen.

Also raus aus der Shoppingmall, rein in die kleinen tollen Läden einer neuen Gründeravantgarde.

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Linktipps:

Blue Jeans – eine katastrophe für China Umwelt

Kampagne Saubere Kleidung

Kirsten Brodde – Grüne Mode

Vogue UK – Green Style Blog

Bllack Noir

Izzy Lane

Edun

Kuyichi

les fees de bengale

beyond skin

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