06.12. – Hört bitte auf zu fliegen!

Ok, das tut jetzt weh. Aber: Fliegen ist einer der größten Verursacher von CO2. CO2 wiederum ist eine der größten Umweltbelastungen und führt direkt zu Klima-Erwärmung. Greenpeace hat letztens die anschauliche Zahl veröffentlicht, dass einmal von Deutschland nach Mallorca fliegen ca. 4 Quadratmeter Packeis schmelzen lässt. Stellt euch mal an einen Flughafen und zählt mit, wie viele Flugzeuge da starten und landen. Und dann die schmelzenden Gletscher. Leider, leider hängt das direkt zusammen.

Dem Packeis ist auch egal, warum du geflogen bist. Weil es schnell gehen musste, weil du halt unbedingt mal Land XY sehen wolltest, weil es beruflich war, weil das Yoga Retreat sich so mega angehört hat. Selbst wenn du irgendwohin fliegst um an einer Klima-Konferenz teilzunehmen: Es bringt das Eis zum schmelzen. Es wird dafür sorgen, dass einige Regionen komplett verschwinden, weil der Meeresspiegel ansteigt. Mal abgesehen davon, dass immer mehr Orte komplett am Übertourismus eingehen. Island zum Beispiel ist über der Belastungsgrenze. Warum da die Politik nicht einschreitet ist mir auch ein Rätsel. Über die Probleme beim Fliegen habe ich hier übrigens schon mal ausführlich geschrieben.


Die haben’s gut, wa? Fliegen einfach los…

Macht euch das bewusst, bitte. Und sprecht mit euren Freunden und eurer Familie darüber.

Ein Wochenendtrip nach London oder Lissabon ist klimatechnisch einfach nicht schön zu reden. Irgendwann müssen wir uns der Frage stellen, warum wir unser Verhalten nicht geändert haben – wo wir es doch wussten. Es gibt eine Menge Argumente für das Fliegen: Es ist oft billiger, es ist oft schneller, es bringt uns an Orte, an die wir mit dem Zug oder dem Auto nicht so easy kommen würden, es ist komfortabel (also ich hasse es, andere lieben es)…

Ich werde regelmäßig wütend, wenn ich auf Instagram und Co Leute sehe, die predigen, dass jeder Strohhalm eine Umweltsünde ist – aber dreimal im Jahr Yoga auf Bali machen. Natürlich ist auch der Verzicht auf einen Strohhalm gut, aber der aufs Fliegen macht einen ernsthafteren Unterschied.

Ich war selten so glücklich wie in den zwei Wochen Kalifornien letztes Jahr. Aber legitimiert das wirklich die Umweltsünde, die meine An- und Abreise verursacht?

Ich bin selber in einer Diskussion mit mir selber und mit meiner Familie. Wirklich nie wieder fliegen? Aber in Kalifornien ist doch ein Teil von unserem Herz, da müssen wir doch noch mal hin. Ja, maybe. Aber ganz sicher nicht einmal im Jahr, und ziemlich sicher auch nicht alle zwei Jahre. Wenn man dann doch fliegt, kann man zumindest auf Atmosfair oder ähnlichen Plattformen ausgleichen. Besser als der Ausgleich ist aber bei Weitem, die Emission gar nicht erst zu verursachen. Fangen wir da an, wo es am einfachsten ist: Inlandsflüge. Einfach bleiben lassen. Immer. Immer. Immer. Und auch Wien, London, Amsterdam, Warschau und viele andere Orte sind mit Zügen super zu erreichen – ihr braucht nur vielleicht mal einen Urlaubstag mehr. Entschleunigung, lest ein Buch, macht die Fahrt zu einem Teil der Reise.

Das macht keinen Spaß, darauf zu verzichten. Da entgeht uns hier und da auch mal was, keine Frage. Aber ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir auch mal dahin müssen, wo es weh tut.

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