Green Fashion Fairs Berlin – Impressions

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Letzte Woche tobte das Green Fashion Week Remmidemmi in Berlin. Ein großer Spaß. Viele Leute treffen, mit Designern und Bloggern sprechen, Branchenevents besuchen. Vielen Dank nochmal an Uti von Pukka Tee für die Einladung zur Green Lounge der Innatex.

Im Fokus steht natürlich die Mode. Was haben sich die Labels dieses Jahr in Sachen Schnitt, Material und Farben ausgedacht? Dafür habe ich die grünen Messen Ethical Fashion Show und Green Showroom abgeklappert und mir die grünen Labels auf der Premium, Seek und Capsule angeschaut. In Sachen Style hat es mich allgemein nicht sooooo umgehauen. Aber auch zwischen Ü40 Yogawickelmode, Karstadtlook, dem 30. Organic Cotton T-Shirtlabel und teurem, untragbarem Avantgardekram habe ich schönen Stuff gefunden, den meine Freundinnen und Freunde tragen würden. Jaja, ich weiß,  Mode und vor allem Haut Couture kann viel mehr sein, als was man ins Büro und auf Partys anzieht. Sie rangiert zwischen Kunst und Politik, Traumwelt und kulturellem Seismograph sein. Und das hat auch alles seine Daseinsberechtigung. Aber darum geht es bei Green Friday nicht. Hier will ich meine Freunde überzeugen, dass es grüne Labels gibt, die „unsere Sprache sprechen“. Dass es menschen- und umweltfreundlichere Alternativen zu Urban Outfitters, Cos, Zara, Nike, Acne, Buffalo Pumps, American Vintage und Filippa K gibt. Auch wenn man ein bisschen danach suchen muss und eher nach „buy good, buy less“ verfährt. Und ja, auch ich kaufe bei diesen Läden hin und wieder ein. Aber das Ziel ist klar: all diese Labels nach und nach von meiner Gehaltsliste zu streichen. Also, hier die ersten Tipps von den Modemessen:

Männerstuff: EKN & Twothirds auf der Capsule
Zu Max Herre habe ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Esperanto ist natürlich eins der legendärsten Alben ever, auf der anderen Seite hat der Stuttgarter die sexistischsten Musikvideos der deutschen Rapgeschichte gedreht. Aber seine Schuhkollektion für das deutsche Label ekn footwear sieht einfach klasse aus. Das muss ich ihm lassen. Die Dessert Boots sind aus chromefreien Leder und hergestellt in Portugal.

Direkt nebenan hatte Twothirds seinen Stand. Für die hat Max Herre gerade eine Beaniekollektion gemacht. Okay, Max Herre übernimmt das Eco Fashion Game und ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen. Die Klamotten von Twothirds sind nämlich ebenfalls sehr ansehnlich. Das Label stammt aus dem schönen San Sebastian an der spanischen Atlantikküste und hat besonderen Bezug zum Meer. 10 % des Gewinns gehen an Meeresschutzprojekte, das Label arbeitet ohne Polyestertaschen, dafür mit Organic Cotton und chromefreien Leder. Produziert wird vor allem in Portugal. Ich mag den maritimen Look und die robuste Qualität. Twothirds ist für lässige Draußen-Männer mit Sinn für Ästhetik. Ich finde das sehr sexy.

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Ein weiteres Label auf der Capsule war a question of.  Die ersten Kollektionen der Kopenhagener haben mich umgehauen. Ich hätte davon fast alles getragen und habe für meine Teile viel gutes Feedback von Freunden und Fremden bekommen. Aber die neuen Sachen haben ein bisschen nachgelassen, so auch die kommende Kollektion. Ein bisschen langweilig sind die Motive und Sprüche auf den Shirts und Pullovern geworden. Cool fand ich allerdings eine Schriftleggings. Sehe ich an all meinen Musikindustriefreundinnen. Da ich sie nicht fotografieren durfte: hier ein Fotos aus dem Lookbook 🙂

aquestionof

Auf der Premium hat mich diese Jacke von dem englischen Label Goodone begeistert. Das Duo arbeitet vor allem mit Upcycling von alten Materialien und Fabrikresten. Ein kleines Fashion Statement ohne verkleidet zu wirken.
Wer sich echt gemausert hat ist Armed Angels. Weg vom Organic Cotton T-Shirtlabel mit komischer Marketingstrategie hin zu verschiedenen Tencel/Bambus Materialien,
feminineren Schnitten und sympathischen Auftreten. Die haben demnächst mal einen eignen Artikel verdient.

goodones

armedangels4

Nurmi ist ein Modelabel aus Finnland, die einen ganz guten Film fahren, wie ich finde. Nicht zu viel Schnickschnack, gute Basics, aber an den richtigen Stellen innovativ. Super fühlt sich die Jeans aus recycelter Baumwolle an. Einziger Haken: Trägt jemand noch Jeans ohne Stretchanteil? Nurmi produziert in Finnland und hat einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsanspruch. Ich bin gespannt, was da noch kommt. Auch schick: das holländische Label Päälä kommt mit einem nachhaltigen Pferdeshirt daher. Ich kenne ziemlich viele Leute, denen das gefallen würde 🙂

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Auf der Seek habe ich mir angeschaut was das französische Senker Label Veja nächste Saison vor hat. Mein Favorit ist der goldene Sneaker im „Nike Blazer“ Stil.

veja1

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