Alter Stoff und neue Lieblinge für den Kleiderschrank – tauschen, kaufen, kreiseln

Ich bin die Meisterin der Fehlkäufe.  Manche Sachen lassen sich beim besten Willen mit nichts aus meiner restlichen Garderobe kombinieren. Manche Sachen laufen ein.  Bei manchen Sachen frage ich mich, ob ich eine multiple Persönlichkeit habe, und ein anderes Ich „In den Warenkorb“ gedrückt hat. Na gut. Das passiert wohl. Nicht schlimm, wenn man die Sachen günstig irgendwo geschossen hat. Weitaus unangenehmer, wenn man nach dem Motto „Buy Good, by less“ ein teures Kleiderstück erstanden hat. Am Besten aus Biobaumwolle und fair produziert, und das jetzt eigentlich ein paar Jahre mit einem mitkommen sollte. Es sollte Zeuge von Geburtstagen, Gehaltserhöhungen und Waldspaziergängen werden… sollte Proseccoduschen und Ketchup-Spritzer kriegen. Und nun liegt es einfach da, einsam und ungeliebt. Doch das muss nicht sein. Es gibt Abhilfe seine Sachen loszuwerden. Und auch Wege Fehlkäufe von anderen Leuten abzugreifen. Reduce, Reuse, Recycle.

TAUSCHPARTIES

Ich habe mich bereits mehrmals in Swappingparties gestürzt, von Skyy Vodka und von Common Vintage.
Man gibt Klamotten ab, bekommt dafür Jetons/Tauschdollar und kann sich davon die Klamotten der anderen „erkaufen“.

Bei Skyy Vodka gibt ein paar Tage vor dem Event ganz in Ruhe seine Klamotten ab. Die Mädels hinterm Tresen haben eine feste Liste, wie sie Klamotten bewerten sollen und sagen einem zu jedem einzelnen Teil, was sie einem dafür geben würden. Dann kann man entscheiden, was man abgibt und was lieber wieder mitnimmt.  Wenn man am Veranstaltungsabend selber mehr tolle Klamotten findet als man abgegeben hat, kann man sich vor Ort auch noch Tauschdollar kaufen. Das ist vor allem gut, weil viele Designer Sachen spenden. Der Erlös des Abends geht übrigens an die Aids-Hilfe.

Etwas komplizierter ist es bei Common Vintage. Hier stellt man sich am selben Tag des Events in die Schlange um seine Klamotten abzugeben und bekommt kommentarlos einen Tauschdollargegenwert in die Hand gedrückt. Der Eintritt kostet 10 Euro und angenommen werden Klamotten nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit. Wer zu spät kommt  muss wieder heim. Dann heißt es 1,2 Stunden warten bis alle Klamotten eingesammelt und aufgehängt worden sind. In der Zeit kann man vor Ort entweder einen Strickkurs belegen oder einfach ganz viel Kuchen essen. Extra-Tauschdollar kann man auch noch erwerben, aus irgendeinem Grund allerdings nur solange die Klamotten noch nicht hängen. Da man die Tauschdoller nicht zurück geben kann wenn man nichts findet, also ein kleines Risikospiel.

Fazit: Generell geht es eher um den Spaß an der Sache, einem lustigen Happening mit Sekt und Musik und Freundinnen. Wer das Bedürfnis hat, wirklich einen adäquaten Ersatz für seine ausgedienten Klamotten oder teuren Fehlkäufe zu bekommen, ist hier nicht immer richtig.


CLOSETSWAP.CO.UK

Closet Swap ist eine Onlineplattform, die einen mit seinen Facebook-Freunden vernetzt. Man lädt Fotos von Klamotten hoch, die man loswerden will und FB-Freunde, die auch bei Closet Swap angemeldet sind, werden direkt darüber informiert. Sehr praktisch. Aber nur, wenn viele Facebook-Freunde auch da angemeldet sind.


KLEIDERKREISEL

Kleiderkreisel ist genau wie Dawanda und Etsay, aber ganz anders. Man kann Klamotten kaufen und verschenken, wie das geht ist klar. Aber auch tauschen. Das heißt wenn man aus dem Klamottenpool einer Userin was gut findet, fragt man sie, ob sie das gegen was aus dem eigenen Pool tauschen würde. Mein erster Eindruck der Seite: natürlich muss man ein bisschen suchen bis man was findet. Aber nicht so sehr wie bei ebay, wo man sich immer durch seitenweise orsaypimpkie klicken muss, bis man was interessantes findet.

Oder man macht es komplett anders und verschenkt einfach alles seinen Freundinnen.

 

 

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