Warum natürliche Kosmetik?

Aveda men

Imidazolidinyl Urea, Trisodium EDTA oder Triethanolamine. Ich habe keine Ahnung was das genau ist, aber ich weiß, dass es  erlaubte Stoffe in unserer Kosmetik sind.  Durch eincremen, einseifen,  einpudern und einschmieren gehen wir täglich mit allerlei mysteriösen Substanzen auf Vollkontakt. Generell ist Kosmetikgebrauch natürlich was fast ganz wunderbares und fast zeremonielles, bei dem wir uns  reinigen, pflegen, verschönern und einen Grund haben uns ein paar Momente nur uns selbst zu widmen. Aber unser heimisches Mini-Spa gleicht schnell mal einem Chemie Labor: Paraffine, Parabene, synthetische Duftstoffe, Glycerine, Silikone und PEG-Derivate  schmieren sich die Menschen unbedarft auf ihre größtes Organ, die Haut. Das ist nicht verboten, immerhin gibt es über 6000 erlaubte Inhaltsstoffe, inklusive Konservierungsmittel auf Quecksilberbasis. Kann man also machen. Aber muss man? Man trinkt auch nicht täglich ne Flasche Oldesloer Doppelkorn, nur weil es theoretisch erlaubt ist.  Ich habe irgendwann fest gestellt, dass ich mich eigentlich viel zu wenig mit den Inhaltsstoffen meiner Kosmetik auseinander gesetzt habe und nach ein bisschen Recherche flog einiges aus meinem Bad direkt in den Mülleimer. Warum zur Hölle soll ich mir Erdöl ins Gesicht schmieren?

Doch zu den Hintergründen: Ende der 90er  wurde EU-weit die INCI, die Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe eingeführt, die festlegt wie die Inhaltsstoffe von Kosmetik auf jeder Verpackung aufgelistet sein müssen. Gepaart mit den Recherchemöglichkeiten von Mr. Internet kann man zb auf codecheck.info oder kosmetikanalyse.de ganz schnell herausfinden was so in den  heimischen Tuben und Dosen so drin ist.

Grob kann man Kosmetik in drei Kategorien einteilen:

Konventionelle Kosmetik

Naturnahe Kosmetik

Zertifizierte Naturkosmetik

Konventionelle Kosmetik zeichnet sich vor allem durch viel synthetische Zusatzstoffe aus, die alle wie gesagt erlaubt sind und einzeln gut erforscht, aber Kritiker monieren die Wechselwirkung sei nicht genug bekannt.  Vielen von den Weichmachern, Konservierungsstoffen oder synthetischen Duftstoffen wird vorgeworfen sie seien krebserregend, würden Allergien auslösen, die Haut durchlässig  machen, Poren verstopfend  oder erbgutverändernd sein. Oder einfach billige, nutzlose Ersatzstoffe sein.

Beispiele für umstrittene Inhaltsstoffe:

Paraffine  –> sind ein Erdölprodukt und werden auch in Grillanzündern oder Kerzen verwendet und sind günstige Basis von vielen Cremes. Ihnen wir vorgeworfen sich wie eine Plastikfolie um die Haut zu legen, die natürliche Regulierung der Haut und ihren Säureschutzmantel zu stören, Falten zu machen und Poren zu verstopfen und sich im Körper abzulagern, da dieser den Stoff nicht abbauen kann.

Silikone  –> Wunderprodukt Silikon, eben noch Fugenverdichter, dann in den Möpsen und schon auf der Haut.  Enthält eigentlich keine pflegenden Elemente, aber füllt kleine Hautfugen auf, dadurch fühlt sich die Haut glatt an, aber eben nur durch den raufgeschmierten Silikonfilm. Und an dem kommt auch nichts vorbei, wenn die Haut schwitzt staut sich der Schweiß in der Haut…

Parabene  –> sind Konservierungsstoffe, denen nachgesagt in Zusammenhang zu Brustkrebs zu stehen, das ist aber umstritten.

Naturnahe/natürliche Kosmetika sind Produkte, die sich der Naturkosmetik annähern, aber noch zu viel synthetische Inhaltsstoffe haben um zertifiziert zu werden. Das Argument der Firmen, warum sie nicht komplett umstellen ist meist, dass ihnen Wirksamkeit und Haltbarkeit wichtiger sei als echte Naturkosmetik zu sein. Dazu kann man z.B. Origins, Snowberry, Aveda oder Korres zählen.

Letzte Kategorie ist die zertifizierte Naturkosmetik, die z.B. den Auflagen des BDHI oder Natrue unterliegen. Sie dürfen keine Paraffine, Silikone oder Parabene enthalten, keine Stoffe von toten Tieren, müssen umweltschonend abbaubar sein und recyclefähiges Verpackungsmaterial benutzen. Sie sind aber nicht per se hautverträglicher, bestimmte Öle können natürlich auch Allergien auslösen oder Produkte mit viel Alkohol die Haut austrocknen. Zu Naturkosmetik gehören z.B. Dr. Hauschka, Lavera, Alverde oder Logona.

Man sieht: Es gibt eine ordentliche Bandbreite und jede „Front“ hat ihre Anhänger bezüglich Wirksamkeit, Verträglichkeit oder preis/Leistungsverhältnis. Wer sich für natürliche oder Naturkosmetik interessiert ist hier genau richtig. Wir freuen uns auf Diskussion mit euch!

Linktipps:

BDHI

Codecheck.info

Ökotest

Kosmetikanalyse (kostenpflichtig)

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