Unendlicher Kleiderschrank dank Kleiderrebell

Laura hat eine Vision: ständig neue Klamotten im Kleiderschrank. Aber ohne zu viel Ressourcen zu verbrauchen und ohne viel Geld auszugeben. Und ohne, dass der Schrank überquillt. So hat sie das Konzept für “Kleiderrebell” entwickelt und versucht nun, das nötige Startkapital via StartNext zu bekommen.

Die Idee

Laura wird über ein Grundsortiment an Klamotten verfügen, welches durch regelmäßige Zukäufe erweitert wird. Außerdem können die Kundinnen (es wird nur Klamotten und Accessoires für Frauen geben) auch ihre eigenen, aussortierten Kleidungsstücke an Kleiderrebell geben.Diese fließen in das Sortiment ein und gehören dann Kleiderrebell. Als Dankeschön erhalten sie einen Gutschein für die Plattform und können sich gleich neue Teile aussuchen. Das spart nerviges Einstellen und Fragen beantworten auf Kleiderkreisel. Und wer von uns hat bitte keine Klamotten im Schrank, die total in Ordnung sind, aber von uns aus unerfindlichen Gründen nicht getragen werden? Ab damit zum Kleiderrebell.

Ich habe Laura ein paar Fragen zu ihrer Idee gestellt.

Laura, Hand aufs Herz: Bist du sehr aufgeregt, ob du dein Crowdfunding-Ziel erreichen wirst?
Ja, absolut. Aber die Entwicklung ist sehr schön zu beobachten und wenn es weiter so gut läuft stehen die Chancen gut, dass wir das Ziel erreichen.

Was hast du gelernt oder studiert?
Ich habe eine Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin gemacht sowie “Textile and Clothing Management” studiert. Im Rahmen meines Studiums war ich für 2 Monate in Bangladesch und habe die gesamte textile Kette durchlaufen, angefangen bei der Baumwollplantage bis hin zum fertigen Produkt. Ein ziemlich spannender Blick hinter die Kulissen der Bekleidungsbranche.

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Wie wirst du es mit den Größen in deinem Shop handhaben? Es fällt ja doch alles sehr unterschiedlich groß oder klein aus.
Da gebe ich dir absolut Recht. Daher werden die Kleidungsstücke im zukünftigen Online-Shop mit der “tatsächlichen” Größe hinterlegt. Es kann also passieren, dass die Kundin ein Kleidungsstück ausleiht, welches im Shop mit einer Größe 38 ausgezeichnet ist, laut Etikett aber eine 40 ist. Wir sind der Meinung, dass es irrelevant ist, was auf dem Etikett steht. Was zählt ist doch, dass es passt und mit der korrekten Größe versehen ist.

Was passiert, wenn man sich in ein Teil so richtig verliebt? Kann man es dann auch kaufen?
Früher oder später landet jeder Artikel in einer Art “Sale” Kategorie. Alle Artikel, die sich in dieser Kategorie befinden, können nicht mehr ausgeliehen, jedoch gekauft werden. Über den Zeitpunkt entscheidet jedoch Kleiderrebell. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit geht es darum, den Artikel so lange wie möglich im Umlauf zu haben. Sollte sich eine Kundin einen Artikel ausgeliehen und sich verliebt haben, kann sie ihre Emailadresse für den Artikel hinterlegen oder ihn auf ihre Wishlist setzen und wird informiert, sobald der Artikel zum Verkauf steht.

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Was passiert, wenn ich ein geliehenes Kleidungsstück kaputt oder dreckig mache? Wie willst du mit Verschleiß umgehen?
Zum Glück gibt es fast keine Flecken, die sich heutzutage nicht entfernen lassen (oft sogar mit “Hausmittelchen” und ohne den starken Einsatz von Chemie). Auch eine offene Naht oder ein verlorengegangener Knopf werden nicht in Rechnung gestellt, sondern von Kleiderrebell kostenlos wieder instandgesetzt. Sollte ein Kleidungsstück wirklich mal kaputt gehen wird die Kundin für den Wiederbeschaffungswert aufkommen müssen. Es sei denn, sie hat sich im Vorfeld für ein sogenanntes “Sorglos”-Paket entschieden. Das Sorglos Paket wird einen kleinen Betrag kosten worüber die Artikel, die sie sich ausleiht, versichert sind. So muss sie auch im Falle eines irreparablen Schadens nicht dafür aufkommen.

Gibt es Klamotten, die es bei dir nicht geben wird? Wie erfolgt die Auswahl?
Bei Kleiderrebell wird es Bekleidung jeglicher Art (Unterwäsche und Badeartikel natürlich ausgeschlossen) geben sowie Schuhe und passende Accessoires. Bei dem Zukauf der Kleidung unterscheiden wir: handelt es sich um “Second-Hand-Ware” nehmen und kaufen wir alle Marken und Hersteller. Wir sind der Meinung, dass “das Kind hier ja bereits in den Brunnen gefallen ist”, sprich es wurde bereits produziert. Nun geht es darum, das Beste daraus zu machen und die Sachen in den Umlauf zu bringen, damit sie so lange wie möglich getragen werden. Bei Neuware muss es sich jedoch um eine durch und durch nachhaltige Marke handeln. Bei der Kleidung, die wir von Privatpersonen erhalten wird lediglich darauf geachtet, dass die Kleidungsstücke einwandfrei sind (ohne Löcher und Flecken) und ins Sortiment passen. Einfache Basics schaffen es nicht ins Sortiment, aber so etwas braucht ja jeder im Alltag, sodass so etwas auch nicht ausgeliehen wird. Die Kleidungsstücke dürfen gerne auch ein paar Jahre alt sein oder nicht den aktuellen Trends entsprechen. Denn schließlich sind Geschmäcker verschieden. Und was der einen Kundin nicht mehr gefällt kann der anderen Kundin schon wieder gefallen. Darüber hinaus wiederholen sich Trends ja in regelmäßigen Abständen. Bei Schuhen und Accessoires verhält es sich ähnlich: die Sachen müssen in einem einwandfreien Zustand sein. Sachen, die es nicht in den Shop schaffen, werden an Flüchtlinge oder Frauenhäuser gespendet.

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Wie wird der Shop genau aussehen?
Kleiderrebell setzt auf ein Höchstmaß an Flexibilität. Das heißt, die Kundin bestimmt, was, wie oft, wieviel und für wie lange sie die Sachen ausleiht. Im Prinzip shoppt die Kundin bei Kleiderrebell genauso wie in einem normalen Online-Shop: in den Warenkorb kommt, was der Kundin gefällt. Ich werde das Sortiment lediglich in verschiedene Produktgruppen unterteilen, damit die Kundin auf Anhieb findet, was sie sucht. Mit Hilfe von verschiedenen Filtern (Farbe, Muster, Größe, Preis etc.) kann die Kundin dann noch gezielter shoppen. Bei den Leihgebühren der “Alltagsmode” handelt es sich um Monatspreise. Bei der Mode für besondere Anlässe gilt der Preis für eine Leihdauer von 2 Wochen. Nur so können wir die besonders niedrigen Preise anbieten.

Super, ich wünsche alles Gute! Meine Daumen sind gedrückt.

Hier geht es direkt zum Crowdfunding. Die Prämien reichen vom Jutebeutel über Einkaufsgutscheine bis zu einem persönlichen Kleiderschrank-Management. Mehr Infos findet ihr auf der Website.

Die Klamotten, die die Models auf den Fotos tragen, wird es übrigens auch alle im Shop geben.

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2 Responses to “Unendlicher Kleiderschrank dank Kleiderrebell”
  1. Hmm, das klingt doch ganz stark… nach der Kleiderei! 😉

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