Mit Seife gegen Fracking…

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Fracking. Dieses Wort  lief mir in letzter Zeit häufiger über den Weg. Bis dato hatte ich davon noch nie gehört. Mein kindermesserscharfer Verstand diagnostizierte schnell, dass das wohl nichts mit schicker Abendgarderobe,  sondern irgendwie mit Bohrungen, Rohstoffgewinnung und chemisch-technischem Gedöns zu tun hat. Aber tiefer bin ich da nicht rein gegangen. Ich hab ja schon genug Baustellen, um im Jargon zu bleiben. Und man kann sich ja schließlich nicht um alles kümmern und überhaupt. Doch dann habe ich gesehen, dass sich die Seifenfirma Lushdagegen engagiert. Eine Kosmetikmarke startet eine Shop- und Online-Kampagne gegen eine Bohrmethode? Das ist ungewöhnlich. Beauty-Konzerne suchen sich eigentlich immer happy-go-lucky Themen für ihre CSR Aktivitäten. Einen Tag geht der Erlös eines Parfüms an ein Schulprojekt  eines C-Promis für unschuldige Waisenkinder und solche Dinge. Aber Gas- und Ölbohrungen? Kriegt man denn überhaupt Sympathien, wenn man als Unternehmen die Fahnen gegen Fracking schwingt?

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Um das zu entscheiden, muss man erst einmal wissen, worum es da konkret geht. Hier mein Fracking-Guide for Dummies:
Was ist Fracking?
Unsere Rohstoffe liegen nicht mehr ums Eck. Immer häufiger müssen unkonventionelle Gas- und Ölvorkommen angezapft werden und an die kommt man nicht so leicht ran. Daher presst man beim Fracking eine Flüssigkeit mehrere Hundert Meter tief in die Erde, die dadurch Risse in die Erdkruste reißt. Die Flüssigkeit ist meist Wasser, das mit Schaum, Säuren oder Gelen gemischt wurde. Durch die Risse kann man das Öl und Gas besser aus der Erde ziehen. Allerdings sind die Risse immer nur sehr nah am Bohrloch, man muss also sehr viele Löcher bohren, damit sich der ganze Aufwand auch lohnt.
Wo macht man das?
Laut Wikipedia sind 90% aller Gasbohrungen in den USA mittlerweile gefrackt. In Deutschland gab es erst 300 Frackings, vor allem in Niedersachsen.
Was sagen die Kritiker?
– die Tonnen an Flüssigkeit sind durch ihre Additive wie Säure etc. toxisch für den Boden und können ins Grundwasser gehen. Sehr gruselig: Es gibt Studien aus den USA, dass sich in Fracking-Umgebungen  Methan im Trinkwasser angesammelt hat, das sich beim Auslaufen aus dem Wasserhahn entzündet. Videos dazu findet man auf Youtube. -
die Flüssigkeiten müssen hergestellt und transportiert werden
- viele von ihnen sind z.B. krebserregend -
freies Erdgas in der Erde kann zum Absterben der dortigen Vegetation führen
- im englischen Blackpool sollen Fracking-Aktivitäten ein Erdbeben ausgelöst haben
Und wie geht es weiter?
Es gab in Deutschland auch einige Probebohrungen in letzter Zeit. Die Industrie ist heiß drauf, alles aufzusaugen. ExxonMobil (Esso-Tankstelle) hat bei einer Probebohrung in Niedersachsen rund 24.000 Liter Chemikalien in den Boden gepresst, wie viel von welchem Stoff, teilte der Konzern  anscheinend nicht mit. Frankreich, Südafrika und der Staat New York haben Moratorien für Fracking verhängt, und in Deutschland beschäftigen sich Politik und Bürgerinitiativen mit dem Thema.
Mein Fazit:
Ich glaube Fracking macht mehr kaputt, als dass es hilfreich ist. Daher bin ich dagegen. Und für Energie sparen. Deshalb gucke ich jetzt den Film Gasland und mache danach brav das Licht und alle Stand-By Geräte aus. Bis zum 23. Juni kann man sich übrigens in den Lush Stores – deren Produkte alle vegetarisch, tierversuchs- und palmölfrei sind- über Fracking informieren und auch gleich eine Petition unterschreiben.
Linktipps:
Warum Lush gegen Fracking ist gegen-gasbohrungen.de   Entzündbares Wasser aus welt.de
Fotocredits: Lush, greenerideal.com & foodwatch.com

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