Barts Mission: nachhaltiger Fischfang

Letztens wurde ich von der Agentur elbfische zu einem Kennenlernen und Fisch essen mit Barts Fish Tales eingeladen. Ich muss gestehen, kurz skeptisch gewesen zu sein. Ich esse zwar hier und da Fisch, aber nur sehr selten und ausgewählt. Beim Fisch essen alles richtig zu machen, empfinde ich fast als noch schwerer als bei Fleisch. Letzten Endes habe ich zugesagt: Ich möchte immer offen bleiben und mich von guten Argumenten überzeugen lassen. Außerdem ist Bianca von elbfische super, sie habe ich letztes Jahr im Hotel Reichshof in Hamburg kennengelernt und fand die Aussicht super, sie mal wieder zu sehen.

So schwang ich mich also auf mein Fahrrad und bin den weiten Weg nach Charlottenburg geradelt. Das allein war schon ganz herrlich, an einem lauen Sommerabend durch all die unterschiedlichen Kieze zu kommen. Solche kleinen Radtouren sollte man viel öfter machen, wenn man mal einen Abend Zeit hat.

Kaum angekommen, reichte der Niederländische Fish Tales-Mitbegründer Bart van Olphen mir erst einmal ein wenig Lachs. Sehr, sehr lecker – aber was hat es nun damit auf sich?

Bart hat in einigen Pariser Sternerestaurants als Hotel Manager gearbeitet und so viel über Lebensmittel und die dahinterstehenden Lieferketten gelernt. Das hat ihn dazu veranlasst, in Amsterdam ein kleines Deli zu eröffnen, in dem es unter anderem nachhaltig gefangenen Fisch gibt. Bei dieser Arbeit hat er viele Fischereien auf der ganzen Welt besucht und gemeinsam mit ihnen gefischt und gekocht. Und wenn alles stimmt, bietet er ihnen nun eine Plattform, ihre Produkte zu verkaufen. Auf seinen Reisen entstehen gerne mal Kochbücher, im letzten Jahr ist bereits sein sechstes erschienen.

2014 hat er gemeinsam mit Harm Jan von Dijk das Unternehmen Fish Tales gegründet. Der Name sagt ja letzten Ende auch schon, worum es geht: Fisch-Produkte mit Geschichte. Es geht neben dem Geschmack auch darum, woher der Fisch kommt, wie er gefangen wird und wer ihn gefangen hat. Deshalb ist auch jedes Produkt mit einem Menschen verbunden, der stellvertretend für den jeweiligen Betrieb auf der Packung zu finden ist.

Die Produkte sind alle MSC-zertifiziert, wobei ich MSC ein bisschen wie das klassische Bio-Siegel empfinde. Es ist bestimmt besser, als ein Produkt ohne Zertifizierung – aber um ein Produkt wirklich 100% gut zu finden, braucht es mehr. Dieses “mehr” bietet Bart mit seinen Fisch-Produkten durchaus.

Ich fand es toll, den Niederländer kennen zu lernen, der sich auch meinen kritischen Fragen gerne gestellt hat. Seine Antworten fand ich glaubwürdig und gut. Er sagt, er versucht so gut wie es irgendwie geht zu fischen (bzw. fischen zu lassen) und immer weiter zu optimieren – so legen die Produkte zuweilen ganz schön weite Strecken zurück, daran soll noch gefeilt werden. Ihm liegen die Meere und die Tiere auf jeden Fall sehr am Herzen und er möchte diese Welt so wenig wie möglich beschädigen und den kleinen Fischern eine Chance geben, ihre Betriebe am Leben erhalten zu können.

Bei Fisch ist, wie bei so vielen Dingen, das Maß auch ein wichtiger Faktor. Es kann nicht jeder jeden Tag Barts Fisch-Produkte genießen, dafür können sie niemals ausreichen. Aber ab und an Fisch zu essen und dann auf welchen mit einer solchen Geschichte und so viel Transparenz zu setzen ist ein anderer Schnack. Hier bleibt wieder einmal zu sagen: Buy less, buy good!

Apropos “buy good”: Wer auch immer Getränke für diesen überaus schönen Event einkaufen war – warum St.Pellegrino? Dieses Wasser gehört Nestle, die Wasser privatisieren und auch sonst nichts Gutes im Schilde führen. Hier eine Übersicht, warum Nestle-Wasser keine gute Idee ist.

Mehr Infos zu den Fish Tales und eine Menge spannender Rezepte findet ihr auf fish-tales.com/de.

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2 Responses to “Barts Mission: nachhaltiger Fischfang”
  1. Christoph says:

    Das finde ich klasse! Das ist ehrliche Arbeit, die ich gerne unterstütze! 🙂

    Beste Grüße
    Christoph

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